Teure Photovoltaik? „Der Mythos bröckelt“. Unternehmerin Cornelia Daniel aus dem Bezirk Horn räumt mit dem Mythos, Photovoltaik sei teuer, auf und meint, dass es „bald des Normalste auf der Welt“ sei, wenn Private Anlagen auf ihren Dächern haben.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 27. Januar 2021 (04:41)
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Cornelia Daniel.
privat

NÖN-Redaktionsleiter Thomas Weikertschläger sprach mit Cornelia Daniel über Vorteile und Zukunft der Photovoltaik.

NÖN: Welche Vorteile bringt eine PV-Anlage auf dem Dach einem Unternehmen?

Cornelia Daniel: Ein ganz klarer Vorteil ist der Preisunterschied zwischen Strom aus dem Netz und Strom vom Dach: Er beträgt etwa 50 Prozent, wobei Solarstrom um 50 Prozent oder mehr günstiger ist. Mit einer PV-Anlage ist der Strompreis auf Jahre fix kalkulierbar. Außerdem wird mit PV-Anlagen erneuerbare Energie produziert – und das lautlos. Zudem sind PV-Module langlebig, sie haben eine Lebensdauer von etwa 30 Jahren. Mit ihnen wird Energie dort erzeugt, wo sie verbraucht wird.

Wie schwer ist es, bei den Unternehmern Überzeugungsarbeit für eine PV-Anlage auf dem Dach zu leisten?

Daniel: Es wird immer einfacher. Der Mythos Photovoltaik sei teuer, bröckelt gerade gewaltig. Die Unternehmen sehen, wie reihum alle ihre Dächer nutzen und beginnen auch darüber nachzudenken. Bei den derzeitigen Fördermöglichkeiten war der Zeitpunkt nie besser, vor allem durch die vor Kurzem beschlossene Investitionsprämie, mit der bis zu 14 Prozent einer Photovoltaikanlage gefördert werden und die zusätzlich zu bereits bestehenden Förderungen ausgezahlt wird. Wenn wir Unternehmen das Projekt und die Berechnungen präsentieren, lautet meistens die Frage: Wahnsinn, warum macht das nicht jeder? Es liegt also meistens nur an falschen oder alten Informationen.

Für Unternehmer liegen die Vorteile also auf der Hand. Aber was kann man Privaten raten, die sich für eine PV-Anlage interessieren? Wie groß ist das Bewusstsein für das Thema in der Bevölkerung ?

Daniel: Das Bewusstsein wird immer größer und wir befinden uns in einem großen Paradigmenwechsel in der Gesellschaft. Bald wird es das Normalste der Welt sein, dass jeder eine PV-Anlage hat. Auch bei Privatpersonen kann eine Anlage sinnvoll sein. Die Herausforderung ist meistens ja nur, dass es in Haushalten fast keine großen Verbraucher gibt, was ja grundsätzlich zu begrüßen ist, weil auch Energieeinsparung wichtig ist. Wenn ich keinen Verbrauch ersetzen kann, ist es eben etwas schwieriger mit der Wirtschaftlichkeit einer Anlage. Gleichzeitig ist es im Haushalt mit Speichern viel einfacher, in eine gewisse Teilautarkie zu kommen. Da spielt die Wirtschaftlichkeit eine untergeordnete Rolle. Wenn aber Klimaanlagen oder Elektroautos ins Spiel kommen, ändert sich auch wieder die Rechnung völlig. Ich kann nur sagen: Fast kein Projekt gleicht wirtschaftlich dem anderen. Wichtig ist, jedes Dach einmal durchrechnen zu lassen. Dann weiß man wirklich Bescheid.