Gipfelsieg am „Dom“. Fünf Alpinisten des Alpenvereins Horn bestiegen den zweithöchsten Berg der Schweiz, den 4.545 Meter hohen „Dom“.

Erstellt am 01. September 2016 (02:16)
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Die Tourengruppe des ÖAV Horn am Gipfel des Doms: Tourenleiter Franz Langthaler, Stefan Grusch, Georg Tüchler und Rolf Werner, Alois Hameder betätigte sich als Fotograf.

Eine fünfköpfige Bergsteigergruppe des Österreichischen Alpenvereins Horn suchte sich für ihre heurige Tour ein besonderes Ziel aus. Es ging auf den 4.545 Meter hohen „Dom“ in den Walliser Alpen.

Dieser Berg ist der zweithöchste Gipfel der Schweiz nach der 4.634 Meter hohen Dufourspitze. Diese liegt allerdings – anders als der Dom – nicht mit der kompletten Basis in der Schweiz.

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Über diesen schmalen Grat meisterte die Horner Alpinistengruppe den Aufstieg zum Gipfel des Doms.

Angeführt wurde die Gruppe von Bundesheeroberst Franz Langthaler. Außerdem waren der Horner Stefan Grusch (Bezirkshauptmann in Hollabrunn), der Schwarzenauer Rolf Werner, der Zwettler Georg Tüchler und der Ybbser Alois Hameder dabei.

Der Dom kann zwar in der Popularität mit dem Matterhorn nicht mithalten, ist jedoch unter Hochtourenbergsteigern ein Geheimtipp. „Und wer ihn besteigen will, braucht alpines Können in Fels und Eis und ein gehöriges Maß an Kondition“, beschreibt Langthaler die Herausforderung bei der Besteigung dieses Gipfels. Schon der Hüttenaufstieg vom Talort Randa umfasst 1.500 Höhenmeter.

Die Horner Alpinisten erreichten die auf 2.940 Metern gelegene Domhütte nach vier-stündigem Aufstieg. Den Abend nutzte man für die letzten Vorbereitungen und Erkundung des Anstieges zum oberhalb der Hütte endenden Festigletscher.

Der nächste Tag hatte es dann so richtig in sich. Gefrühstückt wurde um 3 Uhr, eine halbe Stunde später machten sich die Alpinisten im Schein ihrer Stirnlampen auf den Weg zum Gipfel. Zuerst ging es über den spaltenreichen Festigletscher bis auf 3.700 Meter hinauf, danach erfolgte der Einstieg in den Nordwestgrat des Doms. In luftiger Felskletterei ging es bis zur 4.000er-Marke. „Danach ging der Felsgrat in eine 45 Grad steile Eisflanke über, die die Schlüsselschwierigkeit des Gipfelanstieges darstellt“, so Langthaler. Doch die Horner Berg-Profis meisterten auch diese Schwierigkeit, und so war das Gipfelkreuz bald in Sichtweite.

Blick auf Matterhorn Lohn für harte Stunden

Der letzte Firnrücken kostete noch einmal einiges an Anstrengung. „In 4.500m Höhe ist die Luft wesentlich dünner, der geringere Sauerstoffgehalt treibt den Puls in die Höhe“, so Langthaler. Nach siebenstündigem Aufstieg standen die Horner Bergsteiger am Gipfel und konnten die grandiose Aussicht und den Blick auf das benachbarte Matterhorn genießen.

Gestärkt durch eine ausgiebige Gipfelrast begann der Abstieg über den Hohberggletscher, am frühen Nachmittag erreichte die Tourengruppe müde, aber stolz auf ihrer Leistungen die Domhütte, wo dann der Gipfelsieg auch ausgiebig gefeiert wurde.

Ins Tal ging es dann am dritten Tag. Bei der Heimfahrt wurde noch die Tour für 2017 – wieder ein 4.000er in den Westalpen – geplant.