Personalmangel! Aus Wehr wird „Wache“. Die Freiwillige Feuerwehr Goslarn, die zuletzt noch 14 Aktive hatte, wird mit der FF Japons zusammengelegt. Kommandant Pfabigan: „Etwas Wehmut ist dabei.“

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 27. Januar 2018 (06:18)
TW
Bei der Neuwahl des Kommandos 2016 wurden Harald Bareis (Kommandant-Stellvertreter), Norbert Pfabigan (Kommandant) und Karl Pfabigan (Verwalter, v.l.) zum letzten Kommando der FF Goslarn gewählt.

Eine Veränderung – wenn auch nur auf dem Papier – steht der Freiwilligen Feuerwehr Goslarn ins Haus: Die 1947 gegründete Wehr wird sich demnächst der FF Japons anschließen. Das erst 2016 sanierte Feuerwehrhaus in Goslarn wird aber weiterhin das Quartier der „Wache Goslarn“ bleiben, auch was die Einsatzbereitschaft betrifft, wird es keine Änderungen geben.

„Natürlich ist da etwas Wehmut dabei“

Notwendig wurde diese Maßnahme einerseits dadurch, dass die Personaldecke in Goslarn immer dünner wird. „Wir haben nur noch 14 Aktive, von denen einige kaum bei Einsätzen dabei sein können“, erzählt Kommandant Norbert Pfabigan. Da auch niemand in der Wehr die notwendigen Kurse absolviert habe oder motiviert sei, die Funktion des Kommandant-Stellvertreters auszuüben, habe man sich zu diesem Schritt entschlossen.

„Natürlich ist da etwas Wehmut dabei“, sagt Pfabigan, der aber meint: „Dieser Schritt ist immer noch besser, als die Wehr verkümmert komplett.“ Denn so haben die Florianis die Möglichkeit, weiter aktiv zu bleiben.

Die Zusammenarbeit mit der FF Japons habe man schon in den vergangenen Jahren intensiviert, gemeinsame Übungstätigkeiten seien schon Routine. Dieser Schritt sei daher auch für Sascha Plessl, Kommandant der Japonser Wehr, richtig, denn: „Im Endeffekt gibt es dazu keine sinnvolle Alternative.“

Plessl erklärt, dass vereinbart worden sei, dass das Auto der Goslarner Wehr weiter in Goslarn stationiert bleibt. Zwar gehöre Goslarn künftig administrativ zu Japons, die Goslarner könnten aber weiterhin – sowohl bei Übungen, als auch was Veranstaltungen betrifft – eigenständig agieren. Auch eine spätere Wiedererlangung der Eigenständigkeit hält Plessl nicht für ausgeschlossen: „Wenn sich die Personalsituation in Goslarn wieder bessert und das gewünscht wird, würden wir den Goslarnern natürlich keine Steine in den Weg legen.“

Der Japonser Bürgermeister Karl Braunsteiner bestätigt, dass dieser Schritt für die Versorgung kein Problem darstellen wird. „Was die Alarmierung und das technische Gerät betrifft, bleibt ja alles beim Alten“, so Braunsteiner.

„Kleinstfeuerwehren von großer Wichtigkeit“

Jetzt geht es mit der Bürokratie aber erst so richtig los: Nachdem die Japonser Wehr bei ihrer Mitgliederversammlung Anfang Jänner diesem Schritt bereits zugestimmt hat, tat dies nun auch die Goslarner Wehr bei ihrer Versammlung am 20. Jänner. Schon Ende November hatte man diesen Entschluss bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vorbereitet.

Im Februar wird der Japonser Gemeinderat diese Maßnahme absegnen, dann wird ein Ansuchen beim Landes-Feuerwehrkommando gestellt werden. Wenn dieses abgesegnet wird, wird die Gemeinde die Einsatzgebiete der beiden Wehren zusammenlegen, ehe in einer gemeinsamen Mitgliederversammlung endgültig Fakten geschaffen werden können.

Bezirksfeuerwehr-Kommandant Christian Angerer erklärte, dass er die Erhaltung von Kleinstfeuerwehren für äußerst wichtig hält. „Ihre Ortskenntnis kann in vielen Fällen von ungeheurer Wichtigkeit sein“, so Angerer. Gerade in ländlichen Gebieten, in denen viele Ortsbezeichnungen auf Liegenschaften oder Flurnamen zurück gehen, sei es von großer Wichtigkeit, dass rasch Einsatzkräfte vor Ort sind, die mit diesen Bezeichnungen vertraut sind und so die Arbeit der weiteren Einsatzkräfte koordinieren können.