Fünf neue Autos bei Roten Kreuz in Horn. Horner Bezirksstelle investierte 400.000 Euro – und transportiert immer mehr Covid-Kranke.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 16. April 2021 (03:25)
Präsentierten das neue Design der neuen Einsatzfahrzeuge des Horner Roten Kreuzes: Tina Fraberger, Philipp
Jagisch, Michael Dietrich und Bezirksstellen-Geschäftsführer Martin Amon (von links).
zVg

Gleich fünf neue Autos hat das Horner Rote Kreuz in den vergangenen Wochen bekommen. Dass diese Investition – insgesamt verursachten die Neuanschaffungen Kosten in Höhe von 400.000 Euro netto – notwendig waren, erklärt Bezirksstellen-Geschäftsführer Martin Amon: „Die alten Autos hatten durchschnittlich 350.000 Kilometer auf dem Tacho. Es war an der Zeit, sie zu tauschen.“

Jährliche Kilometerleistung: 800.000. Da das Rote Kreuz Horn mit seinen Fahrzeugen eine Kilometerleistung von 800.000 Kilometern pro Jahr absolviert, brauche man durchschnittlich jährlich drei neue Fahrzeuge. Dass es diesmal gleich fünf geworden sind, begründet Amon damit, dass bestimmte Modelle zuletzt für einige Zeit nicht lieferbar gewesen seien. Angeschafft wurden jetzt ein Rettungstransportwagen (RTW), ein Krankentransportwagen (KTW) und drei Behelfskrankentransportwagen (BKTW). Während ein BKTW mit einem Sanitäter als Fahrer besetzt ist und für den Transport von Patienten, die gehfähig sind, ausgelegt ist, dient ein KTW dem Transport von Patienten, die liegend transportiert oder generell getragen werden müssen. Der RTW wird von einem 2er-Team besetzt und wird beim Einsatz eines Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) automatisch mitalarmiert.

Neues Design, neue TU-Taferl. Auffällig sind die neuen Fahrzeuge nicht nur wegen ihres neuen Designs. Dank gelben Streifen sollen die Wagen besser sichtbar sein als durch das bisherige Design. Neu sind auch die Kennzeichen der Autos, sie sind jetzt einheitlich mit Tullner Kennzeichen und dem Schlusskürzel RD für Rettungsdienst unterwegs.

Immer mehr Transporte mit covid-positiven Patienten. Auch abseits der Fahrzeug-Beschaffung wird dem Roten Kreuz in Horn nach wie vor nicht langweilig. „Die Aktivitäten werden nicht weniger. Unser Betrieb läuft auf Hochtouren“, sagt Amon. Vor allem zu bemerken sei gewesen, dass die Zahl der Transporte von covid-positiven Personen stark gestiegen sei. Zusätzlicher Zeitaufwand bringt dann die Nachbereitung dieser Transporte für die Mitarbeiter mit sich. Auch wenn das von der Horner Sparkasse gespendete Desinfektionsgerät massive Erleichterung gebracht habe, müsste dennoch noch viel Zeit in die Reinigung der Autos gesteckt werden, ehe man den nächsten Patienten einladen könne. Für die Mitarbeiter stellen die Transporte von Coronakranken mittlerweile aber schon so etwas wie Routine dar.

„Die Masken wirken.“ Man habe es oft erlebt, dass man Patienten transportiert und später erfahren habe, dass der Betroffene positiv war, obwohl man keinerlei Anzeichen erkennen habe können. Daher wird derzeit zur Sicherheit der eigenen Mitarbeiter jeder Patient behandelt, als sei er positiv. Das Tragen von Schutzausrüstung und Maske sei vor allem bei langen Transporten – etwa nach Wien, Graz oder Linz – für die Mitarbeiter sehr mühsam, aber wie Amon sagt, auch sinnvoll. Denn bei diesen Transporten, bei denen die Sanitäter mehrere Stunden mit den positiven Patienten auf engstem Raum ohne offene Fenster verbringen, habe sich noch kein einziger Mitarbeiter angesteckt: „Das ist für mich ein Zeichen, dass die Masken – entgegen vielen Unkenrufen – schon vor der Übertragung schützen“, sagt Amon.

Laufend Test-Möglichkeit für Mitarbeiter. Für die Mitarbeiter gibt es im Rot-Kreuz-Haus übrigens jederzeit die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Das werde auch getan, sobald es bei einem Mitarbeiter den leisesten Verdacht gibt: „Wir gehen da immer auf Nummer sicher. Falls es einen Fall geben sollte, dann wollen wir die Ausbreitung so früh wie möglich auffangen.“

Online-Schulungen bewährt. Dass die Kurstätigkeit derzeit auf Webinar-Basis läuft, habe sich übrigens bewährt. Auch wenn er hofft, dass praxis-orientierte Kurse bald wieder real abgehalten werden können, werde man bei theoretischen Einheiten auch nach Ende der Pandemie dabei bleiben: „Vor allem zu Terminen, die nur kurze Zeit dauern, müssen dann nicht immer alle zusammenkommen“, meint Amon.