Lukas Hutecek: Waldviertels nächster Superstar. Der Eggenburger Lukas Hutecek (19) über die Europameisterschaft, seinen neuen Status als Idol, Ziele und was es mit seiner Rückennummer 72 auf sich hat.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 29. Januar 2020 (03:23)
Agentur Diener/Eva Manhart

Am Ende jubelte Spanien über den neuerlichen Europameistertitel und Österreich über Rang acht und somit die beste EM-Platzierung aller Zeiten. Seit wenigen Tagen ist die Euro 2020 schon wieder Geschichte. Bei Lukas Hutecek wird sie aber noch lange allgegenwärtig sein. Erst am 6. Jänner feierte der 19-jährige Eggenburger, der in der österreichischen spusu-Liga für die Fivers Margareten aufläuft, sein Team im A-Nationalteam. Nun gilt er als eine der heißesten Aktien für die österreichische Handballzukunft.

„Es ist noch immer unglaublich, richtig cool“, resümiert Hutecek im NÖN-Gespräch durchaus emotional. Er spricht von „Gänsehautmomenten“ während der Bundeshymne, die er als einziger Akteur immer mit geschlossenen Augen sang und von „sehr besonderen Momenten“. „Die Vorrunde mit den drei Siegen war überragend. In der Hauptrunde haben wir bis auf das Deutschland-Spiel voll mitgehalten.“ Nachsatz: „Aber natürlich haben Kleinigkeiten gefehlt.“ Mittlerweile ist der langjährige Nachwuchs-Teamspieler so richtig bei den „Großen“ angekommen, präsentiert sich dort immens cool. „Ich hab‘ schon im Nachwuchs viele wichtige Spiele absolviert, war Schul-Weltmeister, mit den Fivers Meister. Ich bin Herausforderungen mittlerweile gewöhnt“, lacht er.

„Eine Top-Liga im Ausland ist natürlich mein großes Ziel, damit ich Handball noch professioneller bestreiten kann.“ Lukas Hutecek über seine sportlichen Pläne.

Wo sieht er denn seine sportliche Zukunft? „Eine Top-Liga im Ausland ist natürlich mein großes Ziel, damit ich Handball noch professioneller bestreiten kann.“ Ob dieser Schritt bereits im kommenden Sommer erfolgt, sei derzeit noch offen.

Offen war bisher auch das Rätsel, warum Hutecek just mit der Rückennummer 72 im Team auflief? „Früher hatte ich immer die Nummer 2. Die war im Nationalteam aber schon vergeben. Also hab‘ ich mir die anderen Nummern mit 2 angesehen. 72 passt auch insofern gut, da ich am 2.7. geboren bin und meine Mama 1972. Und irgendwie ist mir auch die Sieben sympathisch. Daher war das eine gute Kombination.“ Eine gute Kombination war auch die Belegung des Zimmers im Team-Quartier mit Thomas Eichberger. Der Goalie der HSG Graz spielte sich mit sensationellen Leistungen in die Herzen der Handball-Fans. „Für ihn lief es natürlich auch sehr gut.“

Weniger gewöhnt ist Hutecek hingegen noch, dass er als „Star“ wahrgenommen wird. „Natürlich freut es mich, wenn jemand ein Autogramm von mir möchte. Es gibt jetzt aber keinen Grund, um abzuheben und noch viel zu lernen. Ich bin noch lange nicht dort, wo ich hin möchte.“

Wenn Hutecek das sagt, dann klingt er wie ein abgebrühter Routinier. Seiner Verantwortung als Vorbild für den Nachwuchs ist er sich bewusst. Schon am vergangenen Wochenende schaute er beim Nachwuchs-Training beim Stammverein Eggenburg vorbei, wo ein riesiger Hype um „Luki“ herrscht. Egal, wo er auftaucht, jeder spricht den jungen Nationalspieler auf die Euro an. „Es ist schön, wenn die Leute gratulieren und sich mit mir freuen.“