Heidi Kalss: Grenzenlose Liebe gelebt. Großzügigkeit als Markenzeichen: Weltweites Engagement der früheren Pächterin des Schlossgasthofs Rosenburg hinterließ unauslöschliche Spuren in vielen Herzen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 01. März 2021 (11:05)
Heidi Kalss: Offenherzigkeit war zeitlebens das Markenzeichen der Rosenburger Schlossgasthof-Wirtin.
Martin Kalchhauser

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Wochenende in der Region die traurige Nachricht: Heidi Kalss (65), durch fast 20 Jahre hindurch Pächterin des Schlossgasthofs Rosenburg, erlag am 26. Februar im Hospiz Horn ihrem Krebsleiden.

Die in Mürzzuschlag, Steiermark, geborene Frau absolvierte die Hauswirtschaftsschule in Krieglach und die Gastgewerbeschule in Bad Aussee. Als Restaurantfachfrau führte sie ihr Weg unter anderem nach Lech am Arlberg, Zürich (Schweiz) und Strobl am Wolfgangsee. Gemeinsam mit ihrem Gatten führte sie später das Gasthaus „Zur Molken“ in Bad Ischl. Nach der Scheidung kam Kalss 1999 auf die Rosenburg, wo sie den hiesigen Schlossgasthof mit viel Engagement zur Hochblüte führte, ehe sie kurz vor ihrem Übertritt in die Pension Ende 2016 von hier Abschied nahm.

Heidi Kalss gelang es auf der Rosenburg mit ihrem engagierten Team nicht nur, den viele Jahre in der Bedeutungslosigkeit dahintümpelnden Gastronomiebetrieb in ein gediegenes Restaurant auf hohem Niveau zu verwandeln.

Ihr karitatives und alle nationalen und religiösen Grenzen überwindendes Engagement machte den Platz neben der Burg auch zu einem weltweiten Zentrum für vielfältig für den Frieden sowie den Dialog zwischen den Religionen bemühter Menschen. Großherzigkeit war stets das Markenzeichen der Frau, die unbeirrbar und überzeugt ihren Weg verfolgte.

Im Norden Indiens betreute Kinder vertriebener Tibeter unterstützte sie ebenso wie Tsunami-Opfer auf Sri Lanka und Hochwasseropfer des Jahres 2002 im Kamptal oder Behinderte des Vereins „Ich bin ok“. „Heidi Kalss bringt Menschen und Kulturen zusammen“, brachte es einst ein Gast des Hauses auf den Punkt. Auch ihr Team bestand die ganze Zeit über aus Angehörigen verschiedener Länder und Religionen.

Von der NÖN als „Frau des Jahres“ geehrt

Für ihr nachahmenswertes Engagement wurde Kalss von der NÖN für 2005 mit dem Titel „Frau des Jahres“ ausgezeichnet. Der ihr freundschaftlich verbundene Prior des Stiftes Altenburg, P. Michael Hüttl, schrieb in seinem Gastkommentar unter anderem: „Sie hat nicht Platz in den Schubladen unserer Welteinteilungen.“ Für sie typisch seien die weit ausgebreiteten Arme. Sie sehe stets díe Nöte und Ängste der Menschen und lasse sich dadurch immer wieder herausfordern. „Da können auch wir Kirchenmänner noch sehr viel lernen von einer so vorbildlich menschlich gewordenen Frau!“

Die große Trauer der Mutter der Verstorbenen, Ida Hörzer, sowie der einzigen Tochter Michaela und deren Familie, zu der auch eine Enkelin gehört, teilen viele Freunde, die Heidi viel zu verdanken haben. Ihnen allen gemeinsam ist der Trost, dass sie dieser bewundernswerten Frau begegnen durften.

Die Modalitäten und der Zeitpunkt einer Abschiedsfeier sind derzeit noch nicht festgelegt.