18-Jähriger wollte Heim fluten: 100.000 Euro Schaden. Vier Verurteilungen nach Vandalenakt mit insgesamt 100.000 Euro Sachschaden. Jugendlicher wollte Stephansheim zunächst abfackeln, dann unter Wasser setzen.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 05. Juni 2019 (05:01)
Rupert Kornell
Ein 18-Jähriger aus dem Bezirk wollte das alte Stephansheim erst abfackeln, dann fluten. Beides gelang Gott sei Dank nicht.

Das leer stehende ehemalige Stephansheim übte auf einen 18-Jährigen aus dem Bezirk eine Anziehungskraft mit zerstörender Wirkung aus: Ende Juni 2018 drang der damalige Zivildiener erstmals über ein kaputtes Fenster mit seinem Bruder (16) in das Gebäude ein.

Feuer gelegt

Bei diesem Streifzug blieb es allerdings nicht: Der 18-Jährige drang immer wieder ein, um Fotos zu machen, wie er vor Gericht beteuerte. Letztlich begann er aber alleine, mit seinem Bruder oder unter Mithilfe von zwei Bekannten (20- und 28-jährig) brauchbare Sachen (unter anderem PC-Zubehör, Werkzeug, Kabel, Geschirrspüler) zu stehlen. Der Jugendliche beschränkte sich aber nicht auf Einbruchsdiebstähle, sondern versuchte überdies, das Gebäude in Brand zu setzen. Zum Glück erloschen die Brände aufgrund von Sauerstoffmangel von selbst.

Hausmeister bemerkte Einbruch

Nach seinen fehlgeschlagenen Versuchen, das Haus durch Anzünden zu zerstören, griff der 18-Jährige zum entgegengesetzten Mittel: Am 8. November des Vorjahres legte er aus einem Wasserzählerschacht des Heims einen Schlauch in den Gang, drehte das Wasser auf und verließ das Haus in der Hoffnung, dass es geflutet würde. Aufgrund der zuvor erfolgten Einbrüche und Brandstiftungen hielt sich der Hausmeister im Gebäude auf. Er hörte ein Plätschern, sah nach, und er konnte noch rechtzeitig das Wasser abstellen, bevor der Bereich geflutet wurde.

Vor Gericht konnten die vier Beschuldigten keinen plausiblen Grund für die Straftaten mit einem Gesamtschaden von an die 100.000 Euro angeben. Für den Haupttäter setzte es ein Jahr auf Bewährung. Der kleine Bruder kam mit 50 Stunden Strafarbeit davon. Die beiden Helfer wurden zu je zehn Monaten bedingt verurteilt. Nicht rechtskräftig.