63-Jähriger floh vor Pkw-Pfändung . 63-Jähriger sah Pfändung nicht ein – und fuhr kurz vor Eintreffen des Vollstreckers weg.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 02. April 2021 (03:56)
APA (Pfarrhofer)

Verstrickungsbruch wird am Bezirksgericht einem 63-jährigen Horner vorgeworfen: Er hat sich mit dem Pkw, der gepfändet hätte werden sollen, kurz vor dem Versteigerungstermin im Juli aus dem Staub gemacht. Er habe, wie so oft, ein Grundstück, das ihm gehört, aufgesucht.

„Was sollte ich bei dem Termin machen?“, erklärt er Richter Thomas Zach, dass er sich nicht schuldig bekenne. „Das ist aus meiner Sicht kein rechtmäßiger Akt und widerspricht dem Verfassungsrecht.“ Zach belehrt ihn dahingehend, dass die Voraussetzungen für eine Exekution gegeben seien. „Das Gericht hat den Exekutionsakt zu führen.“ Der Beschuldigte hätte allerdings die Verfahrungsentstehung bekämpfen können.

Zwei Pkws waren zur Pfändung vorgesehen, der 63-Jährige und seine Ex-Frau sind Zulassungsbesitzer. Die 61-Jährige sei überrascht gewesen, als der Pfänder vor ihr stand. Sie habe gedacht, ihr Besuch bei der Bezirkshauptmannschaft habe die Sache geklärt. Der Vertreter des Bezirksgerichts Krems versichert, dass der Beschuldigte schriftlich wie mündlich über die Versteigerung informiert gewesen sei. Der Angeklagte habe ihm erklärt, dass er voraussichtlich nicht anwesend sein werde.

Richter Zach: „Sie sind einfach weggefahren“

„Obwohl Sie von der Versteigerung wussten, sind Sie einfach weggefahren“, fasst der Bezirksrichter zusammen. Dass der – bisher unbescholtene – 63-Jährige das zugibt, komme einem Geständnis gleich.

Zach bietet dem Beschuldigten eine Diversion mit einer zweijährigen Probezeit und einem Pauschalkostenbeitrag von 150 Euro an. Er müsse bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, aber auf ein förmliches Strafverfahren mit einem Urteil wird dann verzichtet. Der Horner zögert, nimmt dann aber doch das Angebot an.