Autohaus Lehr: „Stolz auf meine Mitarbeiter“

Autohaus Lehr in Horn wird heuer 130 Jahre alt. Chef Manfred sieht sein Team als Garant des Erfolges.

Erstellt am 23. September 2021 | 05:46

Alternative, moderne Antriebssysteme, Fahrassistenz bis hin zu autonomen Fahren – die Autobranche hat ihren Blick stark in die Zukunft gerichtet. Umso stolzer zeigt sich das Autohaus Lehr, dass es gleichzeitig auf eine besonders lange Tradition zurückblicken kann: Das Horner Parade-Unternehmen feiert heuer seinen 130. Geburtstag.

Familienbetrieb setzt auf „Stamm-Mannschaft“

Besonders stolz zeigte sich Firmenchef Manfred Lehr darüber, dass der Betrieb seit Anbeginn in Familienhand ist. Auch seinen Betrieb will er wie eine Familie führen. Daher sei er glücklich, dass er sich auf sein 70-köpfiges Team stets verlassen könne. „Das Klima in unserer Stamm-Mannschaft ist ausgezeichnet. Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiter – und die sind froh darüber, in einem funktionierenden Familienbetrieb arbeiten zu können“, sagt Lehr. Diese Chance will Lehr auch künftig jungen Menschen geben, man sei ständig auf der Suche nach Fachkräften. Um den bereits im Unternehmen tätigen jungen Mitarbeitern gegenüber Wertschätzung zu zeigen, hat Lehr im vergangenen Jahr auch eine „Youth Challenge“ ins Leben gerufen. Dabei wurden den jungen Mitarbeitern nicht nur die Werte des Unternehmens vermittelt, sondern auch in Gruppen Themen – etwa die Optimierung von Arbeitsabläufen – erarbeitet. Ihm sei wichtig gewesen, die Mitarbeiter nach ihren Meinungen zu fragen, erklärt Lehr. Großes Ziel dahinter: „Wir wollen wie eine große Familie sein. Jedes Mitglied soll vor dem Hintergrund der Kundenfreundlichkeit selbstständig agieren – und dabei auch an Kleinigkeiten denken.“ Es habe den rund 25 Mitarbeitern – allesamt in ihren 20ern – viel Spaß gemacht, die Unternehmenskultur so weiterzuentwickeln.

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Fünfte Generation in Startlöchern, E-Bikes als „Krisenretter“

Lehr selbst führt die Firma übrigens seit 2002 in vierter Generation. Damals hatte Ford übrigens einen „Jung-Händler-Club“ ins Leben gerufen, dem etwa 30 Händler in Lehrs Alter angehört haben: „Davon sind bis heute fünf übrig geblieben“, zeigt Lehr auf, dass der Betrieb nicht nur der älteste Ford-Händler Österreichs ist (seit 1956), sondern auch zu den durchsetzungsfähigsten des Landes gehört.

Mit Sohn Manfred jun. steht die nächste Generation in den Startlöchern. „Ich bin 53, zehn Jahre mache ich es sicher noch. Zehn Jahre sind eine lange Zeit, in der viel passieren kann. Aber die Möglichkeit, dass mein Sohn dann übernimmt, ist auf alle Fälle gegeben“, hofft Lehr. Erste Erfahrungen als Leiter eines Unternehmens sammelt Manfred jun. aktuell im E-Bike-Shop, den das Unternehmen vor wenigen Monaten eröffnet hat. Und der ist in der Coronakrise gleich zu einem „Krisenretter“ während der Lockdowns geworden. Weitere Neuerungen der jüngsten Vergangenheit waren der Ausbau des Reifen-Handels in ein Schnell-Service-Center, auch ein „4-Sterne-Reifen-Hotel“ gehört zu den jüngsten Errungenschaften des Betriebs.

E-Mobilität und neue Vertriebssysteme als Herausforderungen

Bei aller Tradition richtet aber auch Lehr den Blick nach vorne. Am Standort in der Prager Straße selbst sind aktuell keine Erweiterungen geplant, dennoch gehe der Betrieb spannenden Zeiten entgegen. Da die Autohersteller ihr Vertriebssystem umstellen und künftig nur noch Agentur-Verträge vergeben, fallen für die Händler die Spannen weg – und für die Kunden die Möglichkeit, den Preis ihres Autos „runter zu handeln“. Auch beim Autoverkauf sei eine Verlagerung in den Online-Bereich bemerkbar, man werde daher – so wie es im E-Bike-Bereich mit guten Erfahrungen schon passiert ist – die Entwicklung eines Online-Shops forcieren. Eine weitere Herausforderung sei die Entwicklung hin zu noch mehr E-Mobilität. Denn in diesem Bereich seien die After-Sales-Umsätze wegen der geringeren Reparatur-Notwendigkeit dieser Autos um 40 Prozent geringer als bei herkömmlichen Autos. „Da muss man sich anschauen, wie man dann trotzdem langfristig Arbeitsplätze sichert“, sagt Lehr. Einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet Lehr mit seinem Betrieb aber auch selbst. Mit einer 200KW-Photovoltaik-Anlage ist der Betrieb zumindest bei Schönwetter energieautark.

Keine Feier, aber viele Aktionen

Eine Jubiläumsfeier wird es coronabedingt nicht geben. Aber: „Dafür jede Menge Aktionswochen für unsere Kunden“, sagt Lehr.