Buchpräsentation: Corona "Das Jahr der Fledermaus"

Wirtschaftskammer-Boss Werner Groiß und Tätowierer Peter Starch blicken in Horn mit bissigem Humor in neuem Buch auf eineinhalb Jahr Pandemie zurück.

Erstellt am 19. Oktober 2021 | 16:05
Buchpräsentation - Horn: Corona "Das Jahr der Fledermaus
Präsentieren am 20. Oktober in der Bücherstube ihr Buch „Österreich im und nach dem Jahr der Fledermaus“: Werner Groiß und Peter Starch.
Foto: Thomas Weikertschläger

Mehr Hausverstand im Umgang mit der Coronakrise – das ist die Forderung, die der Horner Wirtschaftskammerobmann Werner Groiß gemeinsam mit Karikaturist Peter Starch in ihrem gemeinsamen Buch „Österreich im und nach dem Jahr der Fledermaus“ fordert: „Wir müssen mit Corona leben lernen, es wird uns auch in Jahren noch begleiten. Aber: Es muss die freie Entscheidung jedes Einzelnen sein, wie er damit umgeht“, sagt Groiß.

Die Idee zu diesem Buch sei Groiß und Starch – Groiß ist Steuerberater des auch als Tätowierer tätigen Starch – nach einer Ausstellung von Starch-Karikaturen im workingspace in Gars nach dem ersten Lockdown gekommen. Beide seien fasziniert vom Umgang der Menschen mit der Corona-Situation, und diesen Umgang habe man in Buchform bringen wollen.

So wurden die mehr als 280 Zeichnungen auf 140 Seiten mit einem zusammenhängenden Text versehen: „Wir haben quasi eine Story rund um die Zeichnungen gemacht“, erzählt Groiß. In dieser Story gehen die beiden Fragen wie „Wie kam Corona ins Waldviertel?“, „Was hat Corona mit den Waldviertlern gemacht?“, „Welche Überlegungen hat die Regierung zu Corona angestellt?“ oder „Wie sind diese Überlegungen bei der Bevölkerung angekommen?“ nach. Wie es zum Titel gekommen ist? „Beim ersten Lockdown hatten wir laut chinesischem Horoskop das Jahr der Ratte. Die wurde zur Fledermaus abgewandelt, weil wir uns den Virus laut vielen Experten ja von diesem Tier eingefangen haben“, sagt Groiß.

Freiheitsgedanke soll wieder mehr zählen

Die Politisierung dieses Gesundheitsthemas habe zu einer nie da gewesenen Spaltung der Bevölkerung beigetragen. Es komme zu Schubladisierung von Menschen in „Geimpfte“, „Nicht-Geimpfte“, „Maskenverweigerer“ oder „Impf-Skeptiker“ – „und das, ohne sich Gedanken darüber zu machen, warum sich jemand nicht impfen lassen will oder vielleicht keine Maske tragen darf“, sagt Starch. Dieses Einteilen in Kategorien kritisieren beide scharf. „Für uns ist der Freiheitsgedanke jedes Einzelnen wichtig. Es war schon einmal so, dass man gewisse Gruppen für Dinge verantwortlich gemacht hat. Das brauchen wir nicht wieder“, sagt Groiß. Es brauche jetzt keine Spaltung, sondern gegenseitig Akzeptanz.

Vorstellung am 20. Oktober in Bücherstube

Bei allem Ernst der Sache wolle man im Buch aber auch die lustige Seite der Krise zeigen und zum Schmunzeln anregen. Besonders gelingt dies bei Anspielungen auf „Schwachsinn in beide Richtungen“, sagt Groiß. Etwa, wenn es um das Hamstern von Klopapier-Vorräten, den „Pflegedienst-Import“, die „Geilheit auf den ersten Stich“ oder das „Leugnen der Existenz des Coronavirus selbst noch auf dem Sterbebett“ geht. Was Starch aus dem Buch selbst gelernt hat? „Dass vieles, was ich zu Beginn der Pandemie als Übertreibung gezeichnet habe, später Realität geworden ist.“

Präsentiert wird das Buch am Mittwoch, 20. Oktober, von 16 bis 18 Uhr in der Bücherstube in Horn. Man habe sich absichtlich für ein Zeitfenster und keinen Zeitpunkt entschieden, um keine große Ansammlung von Gästen zu erzeugen. „Außerdem gibt es so besser Gelegenheit zum Plaudern mit den Gästen“, freut sich Groiß. Erhältlich ist das Buch in einigen Buchgeschäften der Region und unter http://www.starch-groiss.at.