Das „n“ muss wieder weg. Grünen-Gemeinderat Walter Kogler-Strommer musste Tafeln wieder in ursprünglichen Zustand bringen. Thema könnte noch einmal in Ausschuss kommen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 14. April 2021 (05:19)
Walter Kogler-Strommer muss seine „n“-Pickerl wieder von den Tafeln entfernen.  
privat

Das „n“ muss wieder runter: Wie die NÖN berichtete, hatte Gemeinderat Walter Kogler-Stommer (Die Grünen) auf die vor Kurzem angebrachten Hinweisschilder an Gehwegen ein selbst gebasteltes „n“ aufgepickt, um aus dem Text „Radfahrer im Schritttempo gestattet“ ein „Radfahren“ zu machen. Damit wollte er auf eine „gendergerechte Sprache“ hinweisen und darauf, dass nicht nur Männern die Benutzung dieses Verkehrsmittels hier gestattet ist, sondern auch Frauen und Kindern.

Nach einem Anruf von Bürgermeister Jürgen Maier nimmt Kogler-Strommer das „n“ jetzt wieder weg. „Jürgen hat mich dankenswerterweise darauf aufmerksam gemacht, dass es sonst eine Amtshaftungsklage geben könnte. So hatte ich die Chance, darauf zu reagieren. Die Pickerl werden wieder heruntergenommen“, sagt Kogler-Strommer zur NÖN. Er sehe auch ein, dass die Tafeln amtlich korrekt nach den Vorschriften gestaltet werden müssen, um sich im Fall eines Unfalls rechtlich auf der sicheren Seite zu bewegen.

Er sei aber auch froh, mit der Aktion dennoch einen gewissen Denkanstoß gegeben zu haben. Denn die Causa könnte jetzt noch einmal im Verkehrs-Ausschuss behandelt werden. „Reden können wir über alles“, signalisiert Verkehrs-Stadtrat Manfred Daniel Gesprächsbereitschaft. Man könne sich anschauen, ob andere – gendergerechte – Schilder gesetzeskonform möglich sind. Zudem müsste auch der Bescheid, der das Anbringen der Tafeln behandelt, dann auf den neuen Text geändert werden, damit auch rechtlich alles pickt.

Um eine Legalisierung sei es auch grundsätzlich beim Anbringen der Tafeln gegangen. Die Gehwege seien jahrelang von Radfahrern benutzt worden – obwohl eigentlich nicht erlaubt: „Und dieses Verhalten haben wir mit den Tafeln legalisieren wollen“, sagt Daniel.

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