FH-Arbeit griff Mobilität im Alter auf. Die Infrastruktur-Probleme im Waldviertel wurden von der FH Wien aufgegriffen. Regionalplaner sieht Lösungs-Modelle.

Von Rene Denk. Erstellt am 01. April 2018 (06:03)
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Alexander Polt, Anna Wielander und Oida-Chefredakteurin Olivia Wimmer erarbeiteten mit Florian Klenk Geschichten übers Alt-Sein. Prchal
Maria Prchal

„Wenn du kein Auto hast, bist du machtlos“, bringen Johann und Josefine Polt ihr Leben in Etzelsreith in einer Reportage der FH Wien auf den Punkt. Beim Projekt „Oida“ wurden die beiden zum Thema Altern am Land vor den Vorhang geholt. Der Autor: Ihr Enkelsohn Alexander Polt, der im Master Journalismus studiert und die Arbeit bei Falter-Chef Florian Klenk geschrieben hat.

Johann und Josefine Polt sprachen mit ihrem Enkel Alexander über das Altwerden am Land und die damit verbundenen Probleme.
Alexander Polt

Polt sprach mit ihnen über Abwanderung, fehlende Infrastruktur und gleichzeitige Heimatverbundenheit. „Sie waren froh, dass jemand die Probleme aufarbeitet“, so der Wiener, der in seiner Kindheit das 21 Häuser-große Dorf kennenlernte.

Regionalplaner Sepp Wallenberger wundert nicht, dass bei einer Reportage über Altern am Land das Waldviertel und die Mobilitätsdebatte herangezogen wurden. „Das Thema ist bei uns derzeit noch sehr schwierig, gerade wenn man in einem Dorf und nicht entlang der Hauptverkehrsachsen wohnt“, meint er.

Kleinbusse und Carsharing als Chance

Was man aktuell dagegen tun kann und gleich funktioniere, seien Nachbarschaftshilfe-Projekte, wie das Projekt, das gerade in Röhrenbach und Pölla im April gestartet wird. Weiters müsse man den bedarfsorientierten Verkehr als Zusatz zum öffentlichen Verkehr verbessern. Wallenberger nennt dabei unter anderem das Anrufsammeltaxi oder die Gemeindebusse. Letztere sind Kleinbusse (etwa zwölf Sitzplätze), die den Bedarf schon viel individueller abdecken könnten.

„Die Challenge werden aber selbstfahrende Angebote sein, die wir im dünn besiedelten Raum brauchen. Selbst Experten wissen aber nicht, wie lange es noch dauern wird, bis das umgesetzt werden kann. Sie rechnen mit fünf bis 15 Jahren“, erklärt der Regionalplaner. Das öffentliche Verkehrskonzept könnte so beispielsweise um Kleinbusse erweitert werden.

Einen Zwischenschritt testet der Zukunftsraum Thayaland im Bezirk Waidhofen: Obwohl Carsharing-Projekte nur in der Stadt wirklich gut funktionieren würden, untersucht man in Waidhofen, wie es sein könnte, wenn sich die Elektroautos selbst vor der Haustür „zustellen“ und auch wieder zurückstellen würden. Als zweiten Punkt sieht Wallenberg die aufkommende Lebensmittelzustellung. Sie würde das Problem Mobilität und fehlende Nahversorgung lindern.