Fahrer trank im Pkw Korn und verursachte Unfall. 57-Jähriger kam im November auf die Gegenfahrbahn und verletzte eine 68-Jährige in ihrem Auto. Er muss nach dem Prozess Geldstrafe und Schmerzensgeld zahlen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 19. Februar 2020 (06:05)
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„Ich bin Alkoholiker“, gibt ein 57-Jähriger am Bezirksgericht Horn zu. Er muss sich am Montag nach einem Verkehrsunfall wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Der Horner, der sich schuldig bekannte, fuhr im November mit dem Pkw von Wien nach Hause – alkoholisiert. Er habe schon in der Bundeshauptstadt zu trinken begonnen: Ausschließlich Schnaps, wie er sagte. Noch dazu hat die Polizei in seinem Auto eine Kornflasche gefunden: Der Mann hat während der Fahrt getrunken, gesteht er auf Nachfrage ein.

Wie viel, daran kann er sich nicht mehr erinnern. Und: Er nimmt Schmerzmittel und Antidepressiva. Er kam in Horn auf die Gegenfahrbahn und streifte das Auto einer 68-Jährigen aus dem Bezirk Krems-Land. Sie war verletzt, hatte Prellungen am Oberkörper, bei der Halswirbelsäule und am Fuß. Sie habe mehrere Wochen Schmerzen gelitten, dazu seien Kopfweh, Schlafschwierigkeiten und Schwindel gekommen. „Die Zehe ist noch immer blau“, schilderte sie.

Die Frau macht über ihre Anwältin vorerst 1.000 Euro Schmerzensgeld geltend. Der Angeklagte kann sich an den Unfall nicht mehr erinnern. Er habe nur die Feuerwehr gesehen, wie sie die Fahrzeuge hochgehoben hatten, dann sei er erst wieder im Spital zu Bewusstsein gekommen. Er hatte 1,48 Promille im Blut. Die Polizei nahm dem 57-Jährigen den Führerschein ab. Er werde sich in eine Therapie begeben und er zeigte sich grundsätzlich einverstanden, Schmerzensgeld an die Zweitfahrerin zu zahlen. „Mir tut das leid, ich kann das nicht mehr rückgängig machen“, sagte er.

Bezirksrichter Thomas Brandstetter verurteilte ihn zu 560 Euro Geldstrafe bedingt, zudem muss er 500 Euro Schmerzensgeld zahlen. „Auch wenn sie ein Alkohol-Problem haben: Während der Fahrt zu trinken ist ein absolutes No-Go“, sagte er. Das Geständnis und die Unbescholtenheit wertete er als mildernd.

Er verwies die 68-Jährige für den Schmerzensgeld-Restbetrag auf den Zivilrechtsweg. Der Verteidiger des Angeklagten hält das Urteil für in Ordnung, gab aber vorerst keine Erklärung ab: nicht rechtskräftig.