Nach Fußballspiel im Park folgte Raubversuch. Dank einer couragierten Groß Sieghartserin entkamen zwei Buben (11, 12) im Horner Stadtpark einem bewaffneten Verfolger (17).

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 31. August 2017 (05:33)
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Symbolbild

„Das war sicher kein Spaß oder Nachlaufspiel. Zwei Buben kamen mir im Horner Stadtpark entgegen. Sie waren völlig verängstigt, sichtlich in Panik und schrien, dass sie mit einem Messer bedroht werden. Ich sah drei Verfolger, wobei der größer und älter wirkende Tee nager ein Messer in der Hand zu halten schien“, schilderte eine Groß Sieghartserin (43) vor Gericht.

„Hut ab, Sie haben Mut bewiesen“

Couragiert nahm sie die Buben in Schutz und schrie den Verfolgern entgegen: „Lasst sofort die Kinder in Ruhe!“

„Hut ab. Sie haben Mut bewiesen, auf einen bewaffneten Burschen zuzugehen“, erklärte Richter Gerhard Wittmann und bedankte sich bei der Zeugin. „Ich hatte meinen Pfefferspray dabei. Ich habe selbst eine Tochter und hoffe, dass ihr auch jemand hilft, wenn sie in Bedrängnis ist“, meinte diese.

Der beschuldigte Teenager, ein 17-jähriger Flüchtling, leugnete: „Das stimmt alles nicht!“ Er habe mit seinem Bruder und dessen Freund Fußball gespielt. Dann hätten sich jene zwei Buben dazugesellt.

Als eine Debatte entbrannte, wer den verschossenen Ball aus dem kalten Wasser der Taffa holen sollte, seien sie davongerannt. Er sei unschuldig, habe kein Messer gezückt und zudem weder Geld noch Handy gefordert. Hinter den Anschuldigungen mutmaßte er vor dem Richter rassistische Beweggründe.

Richter Gerhard Wittmann glaubte den Opfern und der Zeugin und verurteilte den Beschuldigten wegen versuchten Raubes zu zwei Jahren bedingt. Weiters ordnete er Bewährungshilfe an. Nicht rechtskräftig.