Jubiläum in harter Zeit: „Persönlicher Austausch fehlt“

Seit 25 Jahren gibt es in Horn eine Parkinson-Selbsthilfegruppe. Die Coronakrise trifft die 40 Mitglieder hart.

Erstellt am 25. November 2021 | 06:02
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Einige Mitglieder der Parkinson-Selbsthilfegruppe: Aloisia Simon, Peter Gutekunst, Helga Pfriemer, Maria Jungwirth, Herta Prukner, August Jungwirth, Brigitte Gruber und Maria Aschenbrenner.
Foto: privat

Das Leben mit Parkinson ist kein Leichtes, doch in der Gruppe lässt es sich doch etwas besser bewältigen. Seit nunmehr 25 Jahren existiert eine Selbsthilfegruppe in Horn. Sie ist seit 1996 eine wertvolle Einrichtung und Anlaufstelle für Parkinson-Betroffene sowie deren Angehörige.

Die Treffen finden für gewöhnlich immer am ersten Mittwoch des Monats im Krankenhaus statt. Für die Teilnehmer bietet die Gruppe dabei Informationen, Vorträge, Bewegung, Erfahrungsaustausch und jede Menge Gesellschaft. Neben den Medikamenten und Therapien ist die Selbsthilfegruppe eine wichtige Säule zur Bewältigung der Krankheit. „Niemand ist alleine“ ist die zentrale Botschaft. Organisiert werden die Treffen von Helga Pfriemer und Brigitte Gruber, die die Gruppe bereits seit 25 Jahren leiten.

Um die 40 Mitglieder sind aktuell mit dabei, von denen meist um die 20 zu einem Treffen kommen. Eine von ihnen ist Maria Jungwirth. Sie lebt bereits seit 20 Jahren mit der Krankheit. „Zu Beginn war die Diagnose ein Schock für mich. Aber gerade mit anderen darüber zu sprechen hat mir geholfen“, erzählt sie. Umso mehr schmerze jetzt die von Absagen geplagte Coronazeit. Zum ersten und voraussichtlich letzten Mal im Jahr 2021 kam die Gruppe im September zusammen. „Der persönliche Austausch mit den anderen fehlt mir persönlich sehr“, meint Jungwirth. Die Gruppe sei für sie immer ein Ort gewesen, an dem man über seine Sorgen reden konnte. „Es ist wichtig, zu sehen, dass man nicht alleine mit der Krankheit ist. Natürlich gehört der gemeinsame Spaß auch dazu.“

Der Fixpunkt im Monat fällt mit verschärften Krankenhausregelungen vorerst weg. Den Kontakt versucht man digital aufrecht zu erhalten, was aber kein Ersatz sein kann. Im vergangenen Lockdown gab es eine aktive WhatsApp-Gruppe. „Da ist aber natürlich auch nicht jeder dabei. Die Selbsthilfegruppe besteht eben zu einem großen Teil aus älteren Menschen“, erklärt Jungwirth.

Vielleicht bringt ja 2022 endlich eine Erleichterung, sodass nächstes Jahr wieder zwölf statt einem Treffen auf dem Plan stehen können.