Unvergessen: Gedenken an Räuberhauptmann Grasel. Aus Anlass des 200. Jahrestags der Hinrichtung setzt das Höbarthmuseum Aktivitäten für den „Räuberhauptmann“.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 28. Januar 2018 (06:14)
Direktor Anton Mück und seine beiden Helfer Wolfgang Andraschek und Amand Körner (von links) präsentieren das Bild des legendären Räuberhauptmannes Johann Georg Grasel aus dem Jahr 1818, das sich im Besitz des Horner Höbarthmuseums befindet.
Martin Kalchhauser

Die Hinrichtung des legendären „Räuberhauptmannes“ Johann Georg Grasel jährt sich am 31. Jänner zum 200. Mal. Aus diesem Anlass stellt ihn das Horner Höbarthmuseum an diesem Tag in den Mittelpunkt einer Gedenkveranstaltung.

Tendenz der Idealisierung des „Räuberhauptmanns“

Grasel, der 1790 im Gebiet des heutigen Tschechien geboren wurde und 1818 in Wien durch den Strang starb, wurde oft (fälschlich) als „Robin Hood des Waldviertels“ bezeichnet, der Reiche beraubte und Armen Geld gab. Diese Legende ist aber längst entkräftet …

In der Umgebung Horns gibt es mehrere Graselhöhlen, wo sich Grasel einst versteckt haben soll. Im Museum Horn, das auch einen „Graselturm“ hat, befindet sich das einzige Ölporträt des Räuberhauptmannes. Das Bild, das sein erster Besitzer von einem unbekannten Maler erworben hatte, ging 1931 als Geschenk der Baronin Theresa Pfungen aus Gars, an das Museum über.

„Grasel wird darauf in idealisierter Weise als fescher junger Mann mit schmalem Gesicht und gewellten Haaren wiedergegeben“, beschreibt Direktor Anton Mück das Werk, das angeblich unmittelbar vor der Hinrichtung gemalt wurde. „Die Darstellung passt zur Tendenz der Idealisierung des ,Räuberhauptmannes‘, dessen gefasster und mutiger Gang zum Galgen bald ebenso legendär wurde wie seine Raubtaten.“