Horn

Erstellt am 02. März 2017, 03:14

von Thomas Weikertschläger

Medizinische Informatik: Fortschritt aus der Region. Im Landesklinikum Horn wurde PACS-System präsentiert, das Transfer radiologischer Daten und Röntgenbilder zwischen Kliniken ermöglichen soll.

Stellten das neue Radiologie-Kommunikationsinstrument PACS vor: Martin Breitenseher, Ärztlicher Leiter am Landesklinikum Horn, Landesrat Karl Wilfing und Michael Stockhammer, CEO GE DACH.  |  NOEN, Thomas Weikertschläger

Das Waldviertel als Silicon Valley der medizinischen Entwicklung? Mit dem Aufbau eines neuen Radiologie-Kommunikationsinstruments (PACS) haben die Waldviertler Landeskliniken laut Landesrat Karl Wilfing zumindest einen Schritt in diese Richtung gesetzt. Mit diesem System soll die Arbeit der Mediziner erleichtert und effizienter werden, zudem soll es Patienten Vorteile bringen und obendrein Kosten sparen.

Seit 2011 wurde dieses System gemeinsam von allen Waldviertler Klinken und dem Landesklinikum in Hollabrunn in Kooperation mit niedergelassenen Radiologie-Fachärzten entwickelt.

„Ohne das Radiologie-Netzwerk hätten wir keinen Zugriff auf diese Daten und keine Möglichkeit, Patienten eine schnellere Behandlung zukommen zu lassen.“Martin Breitenseher

Es soll den Zugriff auf in der Region verteilte radiologische Untersuchungen eines Patienten ermöglichen. Mit diesem System, in dem 1,5 Millionen Patientendaten gespeichert sind, habe man Zugriff auf Pa tientenbilder unmittelbar nach deren Aufnahme – egal, an welchem Standort sie aufgenommen wurden. Muss ein Patient wegen einer akuten Verletzung oder Erkrankung behandelt werden, können die Ärzte so rasch seine gesamten Vorerkrankungen und Vordiagnosen einsehen. Eventuelle weitere Behandlungen wie Operationen könnten dann schneller eingeleitet werden.

Technisch übermittelt werden die Daten per Stream, wodurch die Mediziner unmittelbaren Zugriff auf die gesamte Patientenhistorie erhalten – ein Vorteil für die Patienten, erklärt Martin Breitenseher, Ärztlicher Leiter am Klinikum Horn, schließlich hätten mehr als 40 Prozent der Patienten bildgebende Aufnahmen aus anderen Kliniken: „Ohne das Radiologie-Netzwerk hätten wir keinen Zugriff auf diese Daten und keine Möglichkeit, Patienten eine schnellere Behandlung zukommen zu lassen.“

Doppeluntersuchungen werden vermieden

Neben der Zeitersparnis, die sich dadurch in der Behandlung ergibt, könnten auch Untersuchungswiederholungen, die den Patienten einer höheren Strahlungsdosis aussetzen würden, verhindert werden. Durch die Vermeidung dieser „Doppeluntersuchungen“ würde das System zudem Kosten sparen. Technisch umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit GE Healthcare und dem Technologielieferanten Pansoma GmbH aus Korneuburg. Patientenschutzrechte sollen dabei strikt eingehalten werden.