Mitarbeitern eines Autohauses retteten Mann das Leben. Franz Kössler (74) verdankt sein Leben dem beherzten Eingreifen von Mitarbeitern des Autohauses Waldviertel.

Von Eduard Reininger und Thomas Weikertschläger. Erstellt am 06. Mai 2021 (05:45)
Seat Markenleiter Andreas Zeder und Vertriebsleiter Benjamin Zeilinger (v. l.) vom Autohaus Waldviertel sahen die lebensbedrohende Situation und griffen sofort ein, um das Leben Franz Kösslers zu retten.
Reininger, Reininger

Eigentlich wollte er nur kurz zum Reifenwechseln ins Autohaus Waldviertel – dann wurde der 14. April für den 74-jährigen Eggenburger Franz Kössler fast ein zweiter Geburtstag. „Nur dem raschen und beherzten Eingreifen einiger Mitarbeiter des Autohauses ist es zu verdanken, dass ich noch am Leben bin“, schildert Kössler der NÖN.

Was war passiert? Weil er auch einen Termin bei seinem Hausarzt hatte, brachte Kössler seinen Wagen schon etwas verfrüht ins Autohaus. „Ich hatte Tee und Zwieback mit, da ich noch nicht gefrühstückt hatte, und setzte mich etwas abseits an einen der Tische“, erzählt er. Ohne Vorwarnung habe er dann beinahe einen halben Liter Blut erbrochen.

„Ich bekam einen Schweißausbruch und war offensichtlich nicht mehr orientierungsfähig“, sagt Kössler. Zu seinem Glück habe genau in diesem Moment Vertriebsleiter Benjamin Zeilinger den Verkaufsraum betreten und die Situation blitzschnell richtig erfasst. „Der Kunde sackte zusammen, entleerte seinen Mageninhalt mit Blut“, schildert Zeilinger die dramatische Szene.

Zeilinger im permanenten Kontakt mit Notrufzentrale. Zeilinger habe dann noch im selben Moment veranlasst, dass die Rettung verständigt wird, ein Mitarbeiter zum Einweisen der Rettung vor das Geschäft geschickt wird und dass Andreas Zeder, ein ausgebildeter Rettungssanitäter, verständigt wird.

Die Rettungskette sei sofort in Gang gesetzt worden, Zeilinger sei permanent mit der Notrufzentrale in Verbindung gewesen und habe die vom hauseigenen Rettungsteam ermittelten relevanten Messwerte wie Sauerstoffsättigung, Blutzucker und Blutdruckwerte durchgegeben und habe durch diese Info wesentlich zur Zeitersparnis für die inzwischen eingetroffene Notärztin und die Rettungsleute beitragen können, ist Kössler voll des Lobes.

Leben an „seidenem Faden“. Kössler selbst sei inzwischen nicht mehr ansprechbar gewesen und musste vor Ort etwa 20 Minuten im Rettungswagen stabilisiert werden. „Als ich das nächste Mal die Augen aufgemacht habe, war ich schon im Spital“, erzählt Kössler. Denn er wurde ins Landesklinikum Horn gebracht, wo er bis 21. April stationär aufgenommen wurde. Denn sein Leben sei an einem „seidenen Faden“ gehangen, aber, so Kössler: „Die Maus konnte diesen Faden nicht durchbeißen.“

„Zuhause hätte ich das nicht überlebt.“ Laut Aussagen der Notärztin und der Chirurgen haben die Rettungssanitäter durch die professionelle Erstversorgung einen wesentlichen Beitrag zu seinen Überlebenschancen geleistet, erzählt Kössler.

Sein Zustand sei mehr als lebensbedrohend gewesen: „Wenn mir das zu Hause passiert wäre – ich bin Witwer, 74 Jahre, alleinstehend – hätte ich keine Überlebenschancen gehabt. Ich verneige mich vor den Profis des Autohauses Waldviertel in Horn und möchte allen meinen Dank aussprechen“, sagt er.

In diesem Fall habe sich gezeigt, wie wertvoll es sein kann, dass in größeren Geschäften Defibrillatoren zur Verfügung stehen und es Personal gibt, das über ausreichend Erste-Hilfe-Kenntnisse verfügt. Glücklich über die erfolgreiche Rettungsaktion zeigte sich auch Zeilinger: „Die Rettungskette hat perfekt funktioniert und so ein Leben gerettet“, sagt er.

Besonderes Kundenservice. Aus dem Spital abgeholt wurde er dann übrigens auch von einem Mitarbeiter des Autohauses Waldviertel. Denn der brachte Kössler gleich den bis dahin im Autohaus stehenden Wagen seinem Besitzer. „Auch das ist besonderes Kundenservice“, lacht Kössler, der seit 25 Jahren Stammkunde im Autohaus Waldviertel ist und es nach diesem Vorfall wohl auch weiter bleiben wird.