Nach Ende für „Haus Helina“: Caritas auf Quartier-Suche. Caritas sucht neue Quartiere für Horner Flüchtlinge. Verein „Willkommen Mensch! in Horn“ will Schwerpunkt auf Arbeit und Integration legen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 16. Februar 2017 (11:22)
Rupert Kornell
Das alte Stephansheim, das seit eineinhalb Jahren als „Haus Helina“ Flüchtlinge beherbergt, wird ab Sommer wieder leerstehen. Was dann mit dem Gebäude passiert, ist offen.

Mit Ende Juni schließt das Haus Helina, in dem seit Juni 2015 rund 100 Flüchtlinge untergebracht sind, endgültig seine Pforten. Was in der NÖN bereits Mitte Jänner angekündigt wurde, wurde seitens der Caritas in der vergangenen Woche nun auch den zuletzt noch 93 Bewohnern des Heimes mitgeteilt, wie Caritas-Pressesprecher Martin Gantner erzählt.

Rund fünf Monate Zeit hat man noch

Durch den Termin Ende Juni sei es möglich, dass die im Haus untergebrachten Kinder das Schuljahr noch in gewohnter Umgebung fertigmachen können. Positiv sei auch, so Gantner, dass man jetzt noch rund fünf Monate Zeit habe, sich um geeignete Quartiere für die verbliebenen Flüchtlinge umzusehen. Dabei soll auf eventuell bereits bestehende Partnerschaften und Interessen der Flüchtlinge Rücksicht genommen werden.

Hat ein Flüchtling besonders enge Kontakte zu jemandem aufgebaut, wird ein Quartier in der Nähe gesucht. Wenn ein Flüchtling besonderes Interesse an einer bestimmten Vereinstätigkeit entwickelt, soll ihm diese wieder ermöglicht werden. Allerdings, so Caritas-Mann Gantner weiter: „Die Zuweisung ist Sache des Landes. Wir stehen mit dem Land daher in ständigem Kontakt.“

„Jetzt wollen wir helfen, dass die Flüchtlinge Arbeit finden und gut integriert werden können.“Dieter Schewig, Willkommen Mensch! in Horn

Die Bewohner selbst haben die Nachricht gut aufgenommen, sagt Gantner, der auf die überwiegend gute Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde, aber auch „Willkommen Mensch! in Horn“ verweist. Der Verein sei eine große Unterstützung gewesen, man habe auch schon Pläne für Tätigkeiten wie Deutsch-kurse in den verbleibenden Monaten.

Vereinsfunk tionär Dieter Schewig, der die Zusammenarbeit mit der neuen Führung im Haus Helina lobt, erzählt, dass sich das Angebot für seinen Verein nach der Schließung des Hauses Helina etwas verlagern werde. Es gehe jetzt darum, eine bestmögliche Auflösung des Hauses im Sinne der Flüchtlinge zu erreichen.

„Jetzt rücken Fragen der Grundversorgung in den Hintergrund. Wichtig wird, wie jene Flüchtlinge, die Asylstatus oder subsidiären Schutz zugesprochen bekommen haben, Arbeit finden und integriert werden können“, so Schewig. Eine Aufgabe, der der Verein mit dem gleichen Engagement wie bisher nachkommen werde.

Fortgesetzt werden soll daher auch das monatliche Begegnungscafé. Das nächste findet am Samstag, 25. 2., ab 11 Uhr im Pfarrhof (Thurnhofgasse 19) statt. Denn auch viele Flüchtlinge, die aus Horn schon nach Wien oder St. Pölten gezogen seien, würden daran teilnehmen, um in Horn geknüpfte Kontakte zu pflegen. Schewig: „Das zeigt, wie gut und wichtig diese Begegnungscafés sind.“

Das Haus Helina ist übrigens nicht das einzige ehemalige Notquartier der Caritas, das geschlossen wird. Auch in Vösendorf oder Maria Enzersdorf sowie in Wien wurden ähnliche Quartiere bereits geschlossen, weil der Bedarf dafür nicht mehr gegeben sei, so Gantner: „Das ist ein Zeichen, dass es den oft zitierten Asyl-Notstand gar nicht gibt.“