Öhlknechthof: Tisch & Bett bleiben vorerst leer. Pächter schob Restaurant und Hotel den Riegel vor. Eigentümer sucht Nachfolger.

Von Karin Widhalm, Rupert Kornell und Karin Pollak. Erstellt am 10. Juli 2019 (05:00)
Der Türen des Öhlknechthofes bleiben bis auf Weiteres zu.
Kornell

Der „Öhlknechthof“, Restaurant und zugleich Hotel in der Innenstadt, hat seit voriger Woche zu. „Leider waren wir gezwungen, Insolvenz anzumelden“, war auf der Website zu lesen. Das stimmt nicht ganz: Dem Kreditschutzverband liegt keine Insolvenzmeldung in Bezug zum Unternehmen vor. Pächter Kevin Rohringer bestätigt dann im NÖN-Gespräch: Er hat sich schon vorher aus dem Geschäft zurückgezogen und das Gewerbe abgemeldet.

Der 28-Jährige aus Platt (Bezirk Hollabrunn) hat mit seiner Partnerin Yvonne Brunner mit 1. Juli 2018 den Betrieb gepachtet, nachdem der bisherige Betreiber Walter Schießler die Pension angetreten hat. Rohringer führt die Schließung auf die Dichte der Gastronomie zurück:

„In der Umgebung sind sechs Lokale, alle Gasthäuser und alle haben dieselbe Speisekarte mit Schnitzel und Cordon bleu. Nur ein, zwei haben sich Nischen herausgesucht.“ Dieses Ziel verfolgte auch Rohringer: „Wir wollten eine Konzeptänderung machen, das hat aber nicht funktioniert. Wir haben nichts ändern dürfen“, erklärt er. Nur im Hotelbereich seien Pauschalreisen eingeführt worden, sonst sei vieles beim Alten geblieben. Man habe sich daher nicht abheben können. „Zu uns kommt man nur, wenn es einen besonderen Anlass gibt.“

„Und das wird bei einem Herrn Mayer oder Herrn Böhm nicht anders sein, solange sich nichts ändert.“Kevin Rohringer über den Öhlknechthof

Die Pächter seien nach einem Jahr zu dem Schluss gekommen, „dass es so nicht geht“. „Und das wird bei einem Herrn Mayer oder Herrn Böhm nicht anders sein, solange sich nichts ändert“, ergänzt er. „In der Gastronomie wird’s generell nicht leichter.“

Der Gastronom war vor der Öhlknechthof-Übernahme für seinen „Foodtruck“ bekannt, den er mittlerweile verpachtet hat. Rohringer gönnt sich jetzt über den Sommer eine Auszeit. „Ich hatte in den letzten vier Jahren wenig Zeit für meine Familie und Freunde, weil ich nur gearbeitet habe“, erklärte er. Er werde die Freizeit genießen.

„Ich denke, ich werde in der Branche bleiben, aber ob als Angestellter oder Selbstständiger: Das weiß ich noch nicht.“ Aufgeben werde er nicht: „Ich liebe Veränderungen: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Hauseigentümer ist die Öhlknechthof-Errichtungs- und Verwaltungsgesellschaft, die Rohringers Gewerbeabmeldung bestätigen.

Sämtliche Mitarbeiter wurden bereits gekündigt. Die Geschäftsführer Rudolf Warringer, Helmut Scheidl und Franz Kurzreiter sind als Verpächter „bemüht, so rasch wie möglich einen neuen Betreiber zu finden.“

Eine Wiedereröffnung soll „in naher Zukunft“ möglich sein, damit die „Gäste bald wieder mit sehr guter Küche und exzellentem Service betreut werden“. Die Gesellschaft erklärte zudem gegenüber der NÖN, dass ihr kein entsprechender Vorschlag für eine Konzeptänderung vorgelegt wurde.