Projekt „steht“: Ein Traum geht nun in Erfüllung. In der Horner Lazarethgasse entsteht ein Wohnhaus für Menschen mit Beeinträchtiungen, nicht nur ideell unterstützt vom Verein „Ich bin Ich“.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 31. Dezember 2020 (05:47)
Auf dem Grundstück in der Lazarethgasse, schräg gegenüber dem Haus der „Gesellschaft für ganzheitliche Förderung und Therapie“, wird ein Wohnhaus für Menschen mit besonderen Bedürfnissen zur großen Freude von „Ich bin Ich“-Obfrau Christa Daniel im nächsten Jahr entstehen.
Rupert Kornell

„Wir können Gerda Öhlknecht nicht genug dafür danken, dass sie der Stadt das Grundstück in der Lazarethgasse geschenkt hat“, meinte Bürgermeister Jürgen Maier, nachdem der Gemeinderat einstimmig den Baurechtsvertrag zwischen der Stadtgemeinde und dem Evangelischen Diakoniewerk Gallneukirchen (Oberösterreich) genehmigt hat. „Und für Christa Daniel geht mit der Errichtung eines Wohnhauses für Menschen mit besonderen Bedürfnissen ein lang gehegter Wunsch endlich in Erfüllung.“

Dieser Baurechtsvertrag sieht vor, dass auf dem rund 2.000 m² großen Grundstück besagtes Wohnhaus errichtet wird, und der Vertrag auf 99 Jahre abgeschlossen wird. Danach fällt die auf dem Grundstück errichtete Baulichkeit an die Grundeigentümerin lastenfrei zurück.

„Wir haben die nötigen Gespräche mit dem Land Niederösterreich bereits geführt und das Projekt sehr gut vorbereitet! Christa Daniel, Obfrau des Vereins „Ich bin Ich“

Bereits vor mehr als einem Jahr war im „Weitblick“, dem Obergeschoß des Campus Horn, die Partnerschaft zwischen dem Diakoniewerk und dem Verein „Ich bin Ich“ besiegelt worden, die Räumlichkeit hatte man nicht zufällig gewählt, sollte doch damit der Weitblick, dass Horn und die Region ein solches Haus benötige, dokumentiert werden. Dem waren Besichtigungstouren des Vereinsvorstandes nach Gallneukirchen und Linz und umgekehrt der Diakonie nach Horn sowie Gespräche mit Jürgen Maier, der das Projekt von Anfang an unterstützt hat, vorangegangen.

„Wir haben eine Bedarfserhebung durchgeführt und die nötigen Gespräche mit dem Land NÖ geführt und das Projekt sehr gut vorbereitet“, ist Christa Daniel, Obfrau des Vereins „Ich bin Ich“, zu Recht stolz auf die Tatsache, dass dieses Vorhaben ab dem kommenden Jahr umgesetzt werden kann.

Wichtig sei, dass dieses Haus für Schwerbehinderte plus Wohnungen gebaut werde, weil der Bedarf einfach da sei. Schon jetzt habe man eine Vielzahl von Anmeldungen, Interesse zeigen auch Familien mit Behinderten auch aus anderen Bezirken. Und sogar eine Anmeldung für einen Platz in zehn Jahren gebe es bereits …

Selbstverständlich werde auch für eine entsprechende Betreuung gesorgt. „Die einen brauchen keine Nachtbetreuung, die anderen sehr wohl Hilfe rund um die Uhr, und die ist hier gewährleistet“, verspricht Daniel. Das unterscheide dieses Haus von dem Gebäude der „Gesellschaft für ganzheitliche Förderung und Therapie“ (GfgF), das ausschließlich Tagesbetreuung anbiete. „Wir haben dann Bewohner von der Caritas und der GfgF, ein Austausch aufgrund der Nähe bietet sich ja geradezu an.“ Überhaupt sei die Lage „etwas ganz, ganz Tolles“, denn das Haus der GfgF liege schräg gegenüber, zur Caritas und zum Wohnheim in der Scholz-Straße sei es auch nicht weit, „da können sie zusammengehen und sich austauschen“.

Zwei Wohngemeinschaften mit je vier Personen, die nicht so schwer beeinträchtigt sind, mit eigenem Zimmer, damit sie sich zurückziehen können, und Gemeinschaftsraum sind vorgesehen, insgesamt wird das Haus auf etwa 25 Personen ausgelegt. „Für die Schwerbehinderten sind in der Nacht ein schlafender und ein wachender Dienst vorgesehen, damit jemand da ist, wenn man mit einer betreuten Person etwa ins Krankenhaus fahren muss.“

Baubeginn im Frühjahr, Fertigstellung 2023/24

Die Kosten stehen noch nicht fest, weil die Planung noch nicht abgeschlossen ist, aber bei der Projektpräsentation im Vorjahr war von rund zwei Millionen Euro die Rede. „Der Verein ,Ich bin Ich‘ wird das natürlich, so wie schon vorher die GfgF und die Caritas, bestens unterstützen“, versprach Daniel. Baubeginn sollte im Frühjahr 2021, Fertigstellung im Winter 2023/ Anfang 2024 sein.