Maier mit heftiger Kritik an „Asyl-Industrie“. Horns Stadtchef Jürgen Maier ging in Landtagsrede auch mit der Caritas ins Gericht: „Wären gescheitert!“

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 23. Februar 2017 (05:17)
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Bürgermeister Jürgen Maier: „Habe schon ordentlich in die Tasten gegriffen, das gebe ich zu.“ Foto: MK

Heftige Kritik an der „Asyl-Industrie“, die an der Flüchtlingsbetreuung gut verdiene, gab es vonseiten des Horner Bürgermeisters Jürgen Maier bei der Landtagssitzung Ende Jänner. Jetzt sorgt auch seine Wortwahl für Kritik.

„Es gibt auch private Firmen, die Asylheime betreiben und sagen: Es ist ein Geschäft.“

„Bei der Wortwahl habe ich schon ordentlich in die Tasten gegriffen, das gebe ich zu. Aber das hat auch einmal sein müssen. Manchmal muss man Deutsch reden auch“, meint Maier, von der NÖN auf die Rede angesprochen. „Es steckt viel mehr Geschäftemacherei hinter der Unterbringung von Flüchtlingen, als viele zugeben. Und so habe ich es auch erläutert und mit Beispielen untermauert.“

Konkret habe er die (frühere) Führung des Hauses Helina in Horn, das von der Caritas Wien verwaltet wird, ins Visier genommen. „Die Geschäftemacherei, die teilweise hinter dem Engagement steht, ist ja kein Geheimnis! Es gibt genug Private, die Häuser vermieten und klar sagen, dass es ein Geschäft ist. Es gibt auch private Firmen, die Asylheime betreiben und sagen: Es ist ein Geschäft.“

Bei der Rede aus Anlass der Debatte um die neue Flüchtlingsobergrenze von 17.500 pro Jahr habe er auch viel Positives angesprochen. „Von den Ehrenamtlichen redet nämlich nie wer. Ich lobe weniger die Caritas, ich lobe vielmehr die Ehrenamtlichen, etwa von ,Willkommen Mensch! in Horn‘. Ohne die wäre nichts gegangen. Hätte ich mich nur auf die Caritas verlassen können, wäre ich da und dort mit Sicherheit gescheitert.“

Dass man ihm jetzt vereinzelt vorwerfe, die Tonart HC Straches zu verwenden, kratzt ihn nicht. „Ich bin keiner, der sich täglich mit Strache beschäftigt.“