Vereinsauflösung: 115-jährige Ära geht zu Ende

Der Christliche Arbeiterverein übergab sein Vermögen an die Pfarre Horn.

Erstellt am 06. Januar 2022 | 05:15
Lesezeit: 2 Min
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Bei der Vermögensübergabe: Pater Albert Groiß, Rudolf Starkl (Schriftführer), Bettina Schlegl (Pastoralassistentin in Horn), Erwin Ferstl (Kassier), CAV Obmann Roman Fröhlich, sein Stellvertreter Josef Zeitlberger, Sabine Englmaier (Vorsitzende-Stellvertreterin Pfarrgemeinderat), Alfred Greil (Rechnungsprüfer) und Bürgermeister Jürgen Maier.
Foto: Eduard Reininger

Mit dem Ende des Jahres 2021 ging auch das Wirken des Christlichen Arbeitervereines CAV zu Ende. Nachdem am Silvestertag noch gemeinsam die Jahresabschluss-Messe in der Pfarrkirche Horn gefeiert wurde, trafen sich die Vorstandsmitglieder des CAV mit Pfarrer Albert Groiß, um das erwirtschaftete CAV-Vereinsvermögen an die Pfarre Horn zu übergeben. Geleitet und überprüft wurde diese Übergabe von CAV-Rechnungsprüfer Alfred Greil, der auf behördliche Anordnung vom Vereinsvorstand dazu beauftragt wurde.

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Bis zur Auflösung des Vereines erwirtschaftete dieser 11.166 Euro. Diese stattliche Summe übergab CAV-Kassier Erwin Ferstl an Groiß für die Pfarre Horn. Obmann Roman Fröhlich überreichte die Schlüssel des Vereinslokals, da dieses noch ein Jahr von der Pfarre und der Papst-Leo-Stiftung verwendet werden darf. Danach fällt das Vereinslokal zurück an die Stadtgemeinde Horn und erhält andere Verwendungszwecke.

CAV übergab Fotos und Dokumente an Stadtarchiv

Das Vereinsleben des Christlichen Arbeitervereines ist umfangreich dokumentiert. Fotos, Urkunden und Dokumente übergab der Verein Tage zuvor an Horns Stadtarchivar Erich Rabl. Teile davon sollen auch dem Horner Museum zur Verfügung gestellt werden. Damit geht die 115-jährige Vereinsgeschichte zu Ende. „Für mich ist nun eine der vielen Aufgaben weggefallen, denn es gab mindestens eine Veranstaltung pro Monat zu organisieren“, zeigt sich CAV-Obmann Roman Fröhlich erleichtert. „Wenn ein Verein lebend gehalten werden soll, braucht es mehrere aktive Mitglieder, die wir leider nicht hatten.“

Die Papst Leo Stiftung wird aber weiterhin bestehen. In welcher Form, wird im März im Stift Altenburg bekannt gegeben werden.

30 Heller pro Tag für kranke Mitglieder des Vereines

Nach der Gründung des Christlichen Arbeitervereines im März 1906 wurden der Arbeiter Josef Führer zum ersten Obmann und Franz Burger zu seinem Stellvertreter gewählt. „Damalige Lokalzeitungen melden, dass das erste Hundert ordentlicher Mitglieder bereits überschritten sei“, berichtete Roman Fröhlich.

Eine besondere Stellung im Verein hatte der „Geistliche Ratgeber“. Für diese Aufgabe gewählt wurde damals Pater Benedikt Frey aus dem Seelsorgeklerus der katholischen Pfarre Horn.

Am 20. Mai 1906 hielt der Christliche Arbeiterverein seine erste Vollversammlung ab. Bei dieser wurde ein großzügiger humanitärer Beschluss gefasst: Vereinsmitglieder, die krank wurden, sollen sechs Wochen lang mit einem Geldbetrag von 30 Heller pro Tag unterstützt werden.