Volksfest-Rangelei geht in vierte Runde. Provokationen mündeten in einer Rangelei zwischen 37- und 46-Jährigem, die leichte Verletzungen davontrugen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 15. Mai 2019 (05:01)
Kornell
Eine Zeugin will das Bezirksgericht Horn noch befragen.

Schädelprellung und Rissquetschwunde für den einen, Prellungen und Aufschürfungen für den anderen: Ein handgreiflicher Streit zwischen zwei Männern am Horner Volksfest im Vorjahr hatte auf gleich zweierlei Ebene ein Nachspiel: Er führte zuerst ins Krankenhaus und am Montag ins Bezirksgericht Horn. Beide mussten sich wegen gegenseitiger Körperverletzung verantworten.

Der 37-jährige, mehrfach vorbestrafte Erstangeklagte aus dem Bezirk bekannte sich schuldig: „Ein Wort hat zum anderen geführt.“ Der 46-Jährige habe ihn geschlagen, nicht hart, „quasi ein Streifschuss“. Er habe im Gegenzug dem Kompagnon in den Schwitzkasten genommen. Sie seien gefallen, wobei der 46-Jährige mit dem Kopf auf dem Asphalt aufgekommen ist.

Angeklagter: "Habe Selbstanzeige erstattet“

„Ich habe Selbstanzeige erstattet“, sagt der 37-Jährige. „Er ist mein Trauzeuge. Das, was vorgefallen ist, war ein Blödsinn und das tut mir leid.“

Der 46-jährige, ebenfalls mehrfach vorbestrafte Zweitangeklagte aus dem Bezirk plädierte auf nicht schuldig. Er dürfte beim Spritzertrinken den 37-Jährigen angeschüttet haben. „Dann hat er mich in die Brust gezwickt und wollte mir den Spritzer in den Mund schütten. Ich habe ihn weggestoßen.“ Der 46-Jährige schildert den Vorfall anders: „Ich habe gar nicht hing’haut.“ Die Situation habe sich schon beruhigt, dann sei der 37-Jährige auf ihn zugestürmt, habe ihn mit beiden Armen hochgehoben und sie seien zu zweit am Boden gelandet.

Bezirksrichter will noch vierte Zeugin befragen

Bezirksrichter Thomas Brandstetter holte drei Zeugen zu sich. Die 42-jährige Gattin des Erstangeklagten hat den Vorfall erst bemerkt, als beide gelegen sind. Habe sie eingegriffen? „Dass eine Frau zwei Kampfhyänen auseinanderbringt, ist ein bisschen schwierig“. Ein weiterer Zeuge bestätigt, dass der 46-Jährige zuerst einen Faustschlag ausgeübt habe und beide zu Boden gefallen seien. Die dritte Zeugin sprach von einer ausgiebigeren Rangelei, räumte aber ein, dass sie sich kaum erinnern könne.

Die vierte Zeugin war entschuldigt. Ihre Aussage will Brandstetter aber vor seinem Urteil noch hören: Die Verhandlung wird im Juni weitergeführt.