25 Jahre EU-Beitritt: Jeder Euro kommt dreifach zurück. Regionaltour durch NÖ soll deutlich machen, wie sehr auch Waldviertel profitiert hat. 103 Millionen Euro Fördermittel sind geflossen, 1.700 neue Jobs entstanden.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 26. Februar 2020 (04:34)
Landtagsabgeordneter Jürgen Maier und die Vertreter der NÖ.Regional.GmbH Barbara Ziegler, Walter Kirchler und Josef Strummer (von links) zeigten auf, wie das Waldviertel vom EU-Beitritt profitiert hat
Rupert Kornell

Nicht wie angekündigt Landesrat Martin Eichtinger – er war bei einer Sitzung in Wien unabkömmlich –, sondern Landtagsabgeordneter Jürgen Maier als Vorsitzender im Europa-Ausschuss im Landtag vollzog den Start der „Regionaltour“ durch alle vier Viertel. Die stand ganz im Zeichen des 25-Jahr-Jubiläums des EU-Beitritts (Nieder-)Österreichs. Das Kunsthaus Horn als Ort der Präsentation war bewusst gewählt, fand doch hier die grenzüberschreitende Landesausstellung 2009 statt.

„Seit dem Beitritt hat sich das Waldviertel mehr als 103 Millionen Euro an EU-Fördermittel abgeholt, wodurch 1.700 neue Arbeitsplätze entstanden sind“, erklärte Maier. „Über 13 Millionen flossen in den Bezirk Horn, wodurch 258 Menschen einen neuen Job bekommen haben.“ Insgesamt habe man elf Milliarden Euro aus Brüssel nach NÖ geholt, wodurch die Wirtschaftsleistung des Landes verdoppelt worden sei. „Für jeden Euro, den Niederösterreich nach Brüssel gezahlt hat, sind drei Euro zurückgekommen“, berichtete Maier nicht ohne Stolz.

1.511 Projekte wurden in der Region umgesetzt

Zu den 1.511 wichtigen Projekte in der Region, die umgesetzt wurden, zählen unter anderem das international vorbildhafte grenzüberschreitende Gesundheitszentrum in Gmünd, WIFI-Hotspots wie etwa in Horn, verschiedene „Erasmus+“- Projekte, die jungen Menschen das Studieren im Ausland ermöglichen und ebenso wie die Gratis-Interrail-Tickets für die 18-Jährigen einen Beitrag zur Weltoffenheit liefern. Eine neue Initiative „Young Elected Politicians“ soll jungen Lokalpolitikern ermöglichen, den „EU-Spirit“ zu erleben und aktuelle Themen und Gemeinsamkeiten in Brüssel zu diskutieren.

Der EU-Skepsis, die jeder dritte Niederösterreicher teilt, weil er meint, dass die Europäische Union dem Bundesland mehr koste, als sie bringe, will man nun mit Aufklärung entgegensteuern. Maier: „Unser Ziel ist es, EU-Förderungen noch stärker zu kommunizieren, um die europäische Identität zu festigen.“

Walter Kirchler als Geschäftsführer der seit fünf Jahren bestehenden NÖ.Regional.GmbH, der Partner und die erste Anlaufstelle für die Gemeinden, wenn es um Regional- und Kommunalentwicklung geht, verwies auf 5,1 Millionen Euro ausbezahlte Förderungen im Waldviertel in diesem Zeitraum. Dabei wurden 489 Projekte der Dorf- und Stadterneuerung und in den Kleinregionen – davon gibt es 14, zu denen 99 Gemeinden zählen – gefördert.

Dachmarke Waldviertel noch weiter ausbauen!

Besonders hob er die Unterstützung bei der Modernisierung der Franz-Josefs-Bahn, die Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen für die als „Europa-Spange“ bekannte Verkehrsverbindung durch das Waldviertel, die Förderung des Alltags-Radverkehrs, den Glasfaser-Ausbau als grundlegenden Faktor für den ländlichen Raum und die Ortskernbelebung („Neues Wohnen in alten Mauern“) hervor. Sein Credo: „Wir müssen die Dachmarke Waldviertel mit dem Slogan ,Wo wir sind, ist oben!‘ ausbauen und noch besser bekannt machen.“

Angesichts der aktuellen Verhandlungen in Brüssel über das EU-Budget und möglicher Kürzung der Förderungen stellte Maier klar: „Schon im Vorjahr haben Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrat Martin Eichtinger deponiert, dass die Regionalförderungen nicht gekürzt werden dürfen!“