Schwangere (25) stibizte 18 Paar Socken. 25-Jährige sei in Ausnahmesituation gewesen. Ihren Arbeitgeber schädigte sie auch.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 05. September 2019 (05:40)
Symbolfoto: Enzmann
25-Jährige verließ, nachdem sie das Ergebnis des Schwangerschaftstests erfahren hatte, ohne zu bezahlen das Geschäft.

Stehlen habe sie nicht gewollt, rechtfertigt sich eine 25-Jährige aus dem Bandlkramerland (Bezirk Waidhofen) in der vorigen Woche vor Bezirksrichter Thomas Brandstetter. Schuldig bekennt sie sich dennoch.

Sie sei von dem Ergebnis eines Schwangerschaftstests so schockiert gewesen, dass sie in einem Horner Drogeriemarkt 18 Paar Socken in eine Umhängetasche gesteckt habe, um ihren Freund via Handy kontaktieren zu können. Die Frau hat dabei allerdings das Geschäft verlassen. Der Alarm machte darauf aufmerksam, die Polizei kam.

Warum sie nicht einfach die Sachen zurückgegeben habe, fragt Brandstetter. „Ich habe mir das überlegt, aber ich habe mir gedacht, dass sie mir nicht glauben werden.“ Die 25-Jährige hatte während der Amtshandlung vorgegeben, ihre Geldbörse zu holen. Die 18 Paar Socken mit der Umhängetasche blieben liegen und die Beschuldigte fuhr davon.

 Betrug zugegeben

 Die Staatsanwaltschaft Krems setzte einen zweiten Vorfall auf den Strafantrag: Die frühere Mitarbeiterin eines Diskonters in Schrems (Bezirk Gmünd) hat dort die Rückgabe eines Whirlpools und einer Nähmaschine vorgegeben und dafür das Geld eingestreift – nachdem sie festgestellt hatte, dass das Geschäft bei der Rückgabe von Waren keinen Kassabon verlangt.

Die mittlerweile arbeitslose Frau gab den Betrug zu, nachdem Mitarbeiter nach dem Fehlen der zwei Produkte stutzig wurden und dies zur Anzeige gebracht hatten. „Haben Sie den Schaden gut gemacht“, erkundigt sich der Bezirksrichter. „Nein, ich hatte kein Geld“, sie wolle aber jetzt zahlen.

Brandstetter bot der bis dahin unbescholtenen Frau eine Diversion an: Ein Schuldspruch blieb aus, die Schwangere sagte aber zu, rund 370 Euro in Raten zurückzuzahlen. Das Verfahren wird wieder aufgenommen, falls sie die Gegenleistung doch nicht erbringt.