Wechsel im Hypo-Chefsessel. Die langjährige Direktorin der Geschäftsstelle übergibt die Leitung an ihren Mitarbeiter Alexander Harringer. Das wurde bei einem Podiumsgespräch bekannt.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 16. Mai 2019 (04:50)

Der Titel der Veranstaltung „Die Region im Gespräch“ bezog sich nicht nur auf Statements bekannter Persönlichkeiten am Podium, sondern durchaus – mit dem Untertitel „Alles neu macht der Mai“ – auch auf den Wechsel in der Direktion der Horner Geschäftsstelle, wo Ingeborg Fraberger Ende Mai in den Ruhestand tritt und ihr Alexander Harringer nachfolgt.

Bürgermeister Jürgen Maier lobte Frabergers Kompetenz und Umgänglichkeit sowie die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Er wünschte Harringer alles Gute („Du bist auch ein guter Tormann, also halte auch diesen ,Kasten‘ sauber!“).

„Wollen guten Weg in Horn weitergehen“

Hypo NÖ-Vorstand Wolfgang Viehauser strich die vielen Vorzüge Frabergers hervor, darunter den Umgang mit Kunden und die Mitarbeiterführung. „Ich war nicht oft in Horn“, gestand er, „aber das war auch nicht notwendig. Hier lief alles bestens.“ Die einzigartige Form der Feierstunde begründete er mit der „besonderen Persönlichkeit“.

Im kurzen Rückblick auf ihre 32-jährige Tätigkeit dankte Fraberger ihren Chefs und Mitarbeitern sowie der Familie für die Unterstützung. Harringer versprach, die Arbeit im Sinn seiner Vorgängerin fortzusetzen: „Ich möchte den bisherigen guten Weg, den die Hypo Horn gegangen ist, weitergehen.“

Die Gesprächsrunde mit den Gästen war noch vor dem Abschied. „Ich bin aus dem Weinviertel der Liebe wegen im Kamptal gelandet und glücklich, dass wir in dieser Region leben, denn hier wird alles geboten, was man zum Leben, zum Arbeiten, für die Wirtschaft braucht“, meinte etwa Sekt-Winzerin Christina Hugl aus Mollands auf die Frage der Moderatorin Petra Skala, was die Region ausmacht.

Einen ganz anderen Bereich deckte Immobilien-Experte („Ich komme viel herum, aber ich bin in erster Linie Horner!“) ab: „In der Seestadt Aspern in Wien errichten wir gerade Häuser in Holzbauweise, denn Holz ist der Baustoff der Zukunft.“ Und auf sein Engagement in seiner Heimatstadt, wo er mehrere Häuser besitzt, angesprochen: „Die Nachfrage nach Mietwohnungen hält sich in Grenzen, es gibt eher ein Streben nach einem eigenen Haus.“

„Nein, die Waldviertler sind nicht stur, sie haben nur eine hohe Meinungskonstanz.“Josef Wallenberger über die Mentalität der Menschen in der Region

Das bestätigte auch Regionalentwickler Josef Wallenberger: „Wir haben gerade im Bereich der 23- bis 29-Jährigen einen starken Zuzug ins Waldviertel zu verzeichnen, denn nach dem Studium in der Stadt kommt die Jugend wieder zurück. Derzeit gibt es eine positive Wanderungs-, aber negative Geburtenbilanz. Aber 2030 ist für den Bezirk Horn eine positive Gesamtbilanz prognostiziert.“ Als künftiges Problem ortet er den Arbeitskräftemangel in einer Region mit Top-Industriebetrieben – und ein wenig die Mentalität der Waldviertler: „Sie sind nicht stur, sie haben nur eine hohe Meinungskonstanz …“ Wichtig sei, dass man jetzt bei der Infrastruktur nachjustiere.

Waldland-Geschäftsführer Gerhard Zinner rückte die Landwirtschaft in den Mittelpunkt: „Die Innovation, auf die wir erfolgreich gesetzt haben, ist das Ergebnis einer gewissen Beharrlichkeit. So wie bei den Pflanzen gibt es auch bei den Produzenten eine gewisse Vielfalt. Das drückt sich unter anderem dadurch aus, dass wir neu den Anbau von Schlüsselblumen für den Arzneibereich forcieren.“ Als „beängstigend“ findet er die Problematik in der Waldwirtschaft durch den Borkenkäferbefall und die immer länger werdenden Trockenperioden.