Drei Lagerhäuser stehen vor Fusion. Horn-Hollabrunn, Weitersfeld-Zissersdorf und Absdorf-Ziersdorf sollen „Lagerhaus Manhartsberg“ werden.

Von Leo Nowak und Thomas Weikertschläger. Erstellt am 13. Juni 2019 (05:10)
Nowak
Martin Müllner, designierter junger Obmann (bei einer Fusion Obmannstellvertreter des „Lagerhauses Manhartsberg“), Direktor Edwin Vorhemus und der langjährige, in diesem Jahr ausscheidende bisherige Obmann Johann Huber (v. l.) bei der Mitgliederversammlung in Weitersfeld.

Vollgefüllt waren die Säle bei den drei Mitgliederversammlungen der Lagerhaus-Genossenschaft Weitersfeld-Zissersdorf, bei denen über eine eventuelle Fusion der Weitersfelder mit den Genossenschaften Hollabrunn-Horn und Absdorf-Ziersdorf lebhaft diskutiert wurde.

Falls dieses Projekt zum Abschluss kommt – und darauf deutet vieles hin – wäre die neue Genossenschaft die flächenmäßig größte des Landes Niederösterreich, sagte Direktor Edwin Vorhemus vom Lagerhaus Hollabrunn-Horn. Geplant ist, dass die Genossenschaft nach einer Fusion die Bezeichnung „Lagerhaus Manhartsberg“ tragen wird.

Bei den Mitgliederversammlungen in Weitersfeld informierte Obmann Johann Hofer nicht nur über die einvernehmliche Trennung vom bisherigen Direktor des Weitersfelder Lagerhauses Robert Forstner, sondern auch über die positiv verlaufenen Verhandlungen bezüglich möglicher Fusion, der die Vorstände der oben genannten Genossenschaften mehrheitlich bereits zugestimmt haben.

Vorhemus – er wurde bereits zum derzeitigen Geschäftsführer des Weitersfelder Lagerhauses mit seinen rund 100 Mitarbeitern bestellt – berichtete über die Gespräche und betonte, dass bereits jetzt in bestimmten Bereichen kooperiert werde. So werde etwa die Buchhaltung der Weitersfelder Genossenschaft schon seit geraumer Zeit in Zusammenarbeit mit dem Lagerhaus Hollabrunn-Horn klaglos erledigt, erklärte Vorhemus.

169 Mio. Euro Umsatz für 2019 erwartet

Eine Konzentration wäre vor allem für die Nutzung von Synergien, die Bewältigung der „Digitalisierung“ und eine leichtere Finanzierung von Investitionen vorteilhaft, die für das Weitersfelder Lagerhaus dringend notwendig sind, sagte Vorhemus. Dazu gab er eine detaillierte Analyse und stellte für die nächsten sechs Jahre einen realistischen Investitionsplan für die fünf Filialen des Weitersfelder Lagerhauses vor, der in der nachfolgenden Diskussion mit den Themen „Erhaltung der Arbeitsplätze“, „Attraktivierung der Werkstätten“, Verbesserung der Logistik“ und „Gerechte Vertretung in den Leitungsgremien“ erörtert wurde.

Die Mehrheit der Diskutanten und die Funktionäre waren sich aber einig, dass der geplante Zusammenschluss zum gemeinsamen „Raiffeisen Lagerhaus Manhartsberg eGen“ in diesen wirtschaftlich schwieriger werdenden Zeiten betreffend Fortbestand der Standorte zu überlegen ist. Weitersfeld ist umsatzmäßig mit rund 30 Mio. Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2017 die kleinste Genossenschaft in Niederösterreich, das Lagerhaus Hollabrunn-Horn gehört mit 23 Standorten und rund 300 Mitarbeitern schon jetzt schon zu den größten des Landes. Für 2019 rechnet Vorhemus mit einem Umsatz von 169 Mio. Euro. In Absdorf-Ziersdorf wurden 2017 mit rund 175 Mitarbeitern an 16 Standorten knapp 67 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet.

Die endgültige Entscheidung über die Fusion wird am 25. Juni um 19 Uhr bei der Generalversammlung im Gasthaus Kurz in Weitersfeld fallen, zu der alle Mitglieder diesmal besonders dringlich zur Mitbestimmung eingeladen sind.