Wohnhaus für behinderte Menschen wird gebaut. „Ich bin Ich“ setzt nach langem Warten Wohnhaus für behinderte Menschen mit 26 Plätzen um.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 23. Oktober 2019 (03:45)
Rupert Kornell
Große Freude über das Behindertenwohnheim bei Geschäftsführer Gerhard Breitenberger, Kompetenzmanagerin Isabel Beuchel, Projektmanagerin Barbara Starzer, „Ich bin Ich“-Obfrau Christa Daniel und Bürgermeister Jürgen Maier (von links).

„Wir sind nicht zufällig hier im ,Weitblick‘, denn wir haben schon Weitblick bewiesen, als wir nach vielen Jahren Bemühungen die Tagesheimeinrichtung ,Haus Gerda‘ umgesetzt haben, jetzt kommt noch ein Wohnheim für Behinderte dazu“, stand Christa Daniel, Obfrau des Vereins „Ich bin Ich“, die Freude ins Gesicht geschrieben, als sie das Projekt („Mein Wunschtraum!“) im Obergeschoß des Campus Horn Interessierten präsentierte.

Gespräche mit dem Land NÖ habe es schon lange gegeben, immer wieder war man abgewiesen worden. Aber erst, als man das Diakoniewerk Oberösterreich als Betreiber gefunden und sich in deren bestehenden Einrichtungen umgesehen hat, als man genügend Anmeldungen (derzeit 16) vorlegen konnte, habe das Land das Vorhaben genehmigt, berichtete Daniel.

„Wir wollen uns nicht bereichern, wir sind ein gemeinnütziger Verein. Aber es gibt mit dem Land vereinbarte Tagsätze.“Gerhard Breitenfelder

„Wenn die Damen von ,Ich bin Ich‘ kommen, kann ich ihren Anliegen nicht widerstehen“, bekannte Bürgermeister Jürgen Maier, der sowohl als Stadtoberhaupt als auch als Landtagsabgeordneter das Vorhaben unterstützt. „Dank der Gönnerin Gerda Öhlknecht, die uns vor Jahren für soziale Zwecke gewidmete Grundstücke hinterlassen hat, können wir eine wichtige Grundlage für den Bau bieten. Und schließlich haben wir auch als Bezirkshauptstadt eine gewisse Verantwortung für die Region.“

„Die Unterstützung der Stadt war und ist uns sehr wichtig“, betonte der Diakoniewerk-Geschäftsführer Gerhard Breitenberger. „So können wir eine ganz wichtige Einrichtung für teilweise schwer beeinträchtigte Menschen errichten.“

Insgesamt 26 Plätze werden auf dem Grundstück in der Lazarethgasse schräg gegenüber dem GfgF-Haus entstehen, je zwei Wohnungen mit jeweils acht oder fünf Personen, die in Wohngemeinschaften zusammengefasst werden, wie Projektmanagerin Barbara Starzer berichtete. „Es sind durchwegs Einzelzimmer mit eigenem Sanitärbereich, aber einer gemeinsamen Wohnküche, in der dann alle zusammenkommen“, sagt sie.

Kompetenzmanagerin Isabel Beuchel erörterte an Hand von schon bestehenden Einrichtungen des Diakoniewerks Oberösterreich in mittlerweile sechs Bundesländern: „Besonders wichtig ist natürlich die Barrierefreiheit. Wir haben im Laufe der Zeit verschiedene Raumtypen aufgebaut, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Bewohner, die hier natürlich einfließen.“

„Wir wollen uns nicht bereichern, wir sind ein gemeinnütziger Verein“, erklärte Breitenberger. Aber es gibt mit dem Land vereinbarte Tagsätze.“ Der Bau selbst, der nach derzeitiger Schätzung etwas über zwei Millionen kosten wird, wird mit einem Landesdarlehen finanziert, die Kosten für die Bewohner richten sich nach dem Grad der Behinderung und werden ähnlich wie in Pflegeheimen verrechnet. Umsetzung: ab Herbst 2020.