Nach Anrainer-Protest: Neuplanung für Wohnprojekt. Siedlungsgenossenschaft Waldviertel (WAV) muss Vorhaben abändern. Widerstand auch gegen Neuplanung angekündigt.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 06. September 2017 (04:04)
Auf dem Grundstück an der Hamerlingstraße, auf dem früher das Bundeskonvikt stand, will die Siedlungsgenossenschaft Waldviertel (WAV) einen mehrgeschoßigen Wohnbau errichten.
Martin Kalchhauser

Auf dem rund 4.800 m² großen Grund des ehemaligen Konvikts in der Hamerlingstraße wollte die WAV ein Mehrparteien-Wohnhaus mit 62 Wohnungen (Nutzfläche: 4.166 m²) errichten. Weil es für die geplante Version – vier Geschoße an der Hamerlingstraße, zwei im hinteren Bereich – keine Genehmigung gegeben hätte, wurde der Plan zurückgezogen.

„Architekt Thomas Tauber ändert den Plan ab“

WAV-Direktor Manfred Damberger: „Keine Verzögerung!“ Baubeginn soll im Frühjahr 2018 sein.
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Heftige Proteste benachbarter Einfamilienhausbesitzer gegen den Wohnbau hatte es von Anfang an gegeben. „Unsere Planung wurde in der Detailprüfung als nicht korrekt empfunden“, stellt WAV-Vorstandsdirektor Manfred Damberger klar.

„Architekt Thomas Tauber ändert den Plan ab, damit er der Bauordnung exakt entspricht, und dann geht er in der zweiten Septemberwoche an den Bürgermeister als Baubehörde.“ Er hoffe, dass es rasch einen Bauverhandlungstermin geben werde.

Im angepeilten dreigeschoßigen Bau würden 60 Wohnungen (plus Tiefgarage) Platz finden. Es werde aber weder eine grobe Änderung der Optik des Bauwerks noch eine Verzögerung geben: „Es kann sofort mit den Ausschreibungen losgehen. Im Frühjahr soll Baubeginn sein.“

Bürgermeister Maier: „Stimmung verbessert!“

Bürgermeister Jürgen Maier, der Anrainer und WAV zu einer Aussprache ins Rathaus geladen hatte, hofft, dass Differenzen ausgeräumt sind. „Ich sehe jetzt kein Problem mehr, auch die Stimmung unter den Anrainern hat sich deutlich gebessert.“ Er habe die Bereitschaft der WAV vernommen, den Betroffenen entgegenzukommen.

Anrainer Christoph Aschauer: „Kein Freibrief! Wir werden uns auch den neuen Plan sehr genau ansehen!“
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Einer der heftigsten Kritiker unter diesen ist Immobilienmakler Christoph Aschauer. Abgesehen vom Umstand, dass die neuen Siedler Einblick in die Nachbargärten hätten, sieht er keinen Bedarf an neuen Wohnungen in Horn: „Es gibt jetzt schon so viele Leerstände, und mit Landeszuschüssen werden ständig neue errichtet!“

200 neue Bewohner könnte die WAV, die hier rund 750.000 Euro (325.000 Euro für den Grund, 350.000 Euro für den Abriss des alten Konvikts, …) investiert hat, unterbringen. „Sie wertet so auch die Wohngegend ab.“

Aschauer fehlt die Einbindung der Anrainer durch die Gemeinde von Anfang an, und er sieht im Gegensatz zum Stadtchef „keine gute Stimmung“. Weil es noch keinen Baubescheid gebe, könnten die Anrainer auch noch keinen Einspruch erheben. „Aber ,Freibrief‘ für die WAV war die Versammlung im Rathaus keiner! Wir werden uns das alles sehr genau ansehen.“

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