58 Konzerte in 45 Tagen bei "Allegro Vivo". Festival Allegro Vivo startet mit dem Motto „con fantasia“ am 2. August in 41. Saison.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 30. Mai 2019 (04:54)
Rupert Kornell
Präsentation des Festival-Programms mit dem künstlerischen Leiter Vahid Khadem-Missagh, Allegro Vivo-Obmann Gerhard Winkler, Kultur-Gemeinderat Martin Seidl, Geschäftsführer Nikolaus Straka (von links) und den „Kolophonistinnen“ Elisabeth Herrmann, Hannah Amann, Theresa Laun und Marlene Förstel (von links).

Einen Vorgeschmack dessen, was sie im Sommer musikalisch erwartet, erlebten Gäste, Freunde und Förderer des Kammermusik Festivals Allegro Vivo bei der Programmpräsentation im Horner Kunsthaus: Die vier jungen Damen, drei davon stehen unmittelbar vor der Matura, die sich „Kolophonistinnen“ nennen (Kolophonium ist ein Baumharz, mit dem die Haare des Bogens bei den Streichern behandelt werden), spielten fulminant auf. Gleichgültig ob Johann Strauß oder Dmitri Schostakowitsch – das Quartett spielte auf höchstem Niveau und vergaß trotz aller Konzentration nicht auf einen Schuss Humor.

„Die Sonne wird scheinen, wenn am 2. August das 41. Festival startet“, versprach Geschäftsführer Nikolaus Straka an einem trüben, regnerischen Frühlingsabend, der durch das Quartett allen Missmut ob des Wetters vergessen ließ. Er berichtet über eine aufregende Winterarbeit mit dem Abschied aus Mold und dem neuen Quartier im Campus Horn, über den Fördervertrag des Landes NÖ und die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Festivalstadt Horn und über die bereits mit viel Erfolg absolvierten Konzerte unter anderem im Jänner im tief verschneiten Bad Traunstein und vor wenigen Tagen in der Volksschule Horn.

Das Hauptaugenmerk legte er aber auf die neue Saison, die wie immer in Gmünd und Altenburg beginnt und 58 (!) Konzerte innerhalb von sechs Wochen umfasst, dazu die Kurse für den Nachwuchs in einem ebenfalls bisher noch nie dagewesenen Umfang.

Festlicher Auftakt in Altenburg und Gmünd

„Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“, zitierte Vahid Khadem-Missagh, der künstlerische Leiter des Festivals, Albert Einstein und meinte weiter: „Die menschliche Entwicklung ist ohne Vorstellungskraft nicht denkbar, Fantasie beflügelt uns.“ Deshalb habe man auch das Motto „con fantasia“ für diese Allegro-Vivo-Saison gewählt.

Gleichzeitig wird auch ein historisches Ereignis zum Thema gemacht, nämlich der Fall des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren. „Wir feiern die Öffnung der Grenzen mit Musik von Komponisten aus drei Nachbarländern beim Eröffnungskonzert in Altenburg bzw. Gmünd, nämlich Leos Janacek aus Tschechien, Bela Bartok aus Ungarn und Christoph Ehrenfellner – mit einer Auftragskomposition – aus Österreich“, berichtete Khadem- Missagh. Er wies auf weitere Höhepunkte wie das Galakonzert im Kunsthaushof mit Mendelssohns „Sommernachtstraum“ und Erzähler Nicholas Ofczarek hin, einem „Open air“ mit der Trommel-Gruppe „Louie‘s Cage Percussion“ oder dem Finale mit Gustav Mahler, Antonin Dvorak und dem 1770 geborenen Ludwig van Beethoven, gleichsam einem Vorgriff auf dessen Jubiläumsjahr 2020.

Sein Schlusssatz: „Ich freue mich auf den Sommer mit Ihnen, auf viele Begegnungen, Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Festivals!“