Professor Andreas Nemeth im 89. Lebensjahr verstorben. „Läufst du, hüpfst du, springst du – darfst du Fußballspielen!“ Viele hundert Schüler des Bundesgymnasiums Horn haben diese Worte ihres Turnprofessors Andreas Nemeth noch im Ohr, mit dem er sie zu mehr Bewegung motivierte. Am Ostersonntag ist „Bandy“, wie er von seinen Freunden liebevoll genannt wurde, im 89. Lebensjahr verstorben

Von Rupert Kornell. Erstellt am 08. April 2021 (11:51)
Andreas Nemeth verstarb am Ostersonntag im 89. Lebensjahr.
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Endre Nemeth erblickte am 16. Dezember 1932 in Bö in Westungarn das Licht der Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Csepreg und der Lehrerbildungsanstalt in Sopron studierte er an der Pädagogischen Hochschule in Budapest und in Szeged Leibeserziehung und Ungarisch. 1956 machte er die Abschlussprüfung, flüchtete aber schon nach kurzer Lehrtätigkeit in November im Zuge des Ungarnaufstandes nach Österreich.

Flucht aus Ungarn nach Österreich

Hier arbeitete er dank einer Ordensfrau, der Schwester eines mit ihm geflüchteten Freundes, in verschiedenen Heimen, in denen ungarische Flüchtlingskinder untergebracht waren, als Erzieher und Turnlehrer. In Judenau bei Tulln lernte er seine spätere Ehefrau Erika kennen, die er 1959 heiratete. Nach einer Berufung an ein ungarisches Gymnasium übersiedelte das Ehepaar nach Kastl in der Oberpfalz, wo auch Susi und Tomi geboren wurden. 1964 kam die Familie nach Horn und Endre konnte am hiesigen Gymnasium sowie an der Handelsschule und Handelsakademie unterrichten. Da die Familie sich mit Erik und Georg vergrößerte, wurde in der Hangsiedlung in Horn ein eigenes Haus gebaut.

Nicht nur Leibeserzieher – auch Wertevermittler

Zu Turnen, Leichtathletik, Schwimmen und Fußball, Sportarten, die er von Haus aus perfekt beherrschte, kam in Österreich natürlich auch der Schisport, den er erst von der Pike auf erlernen musste. Als Leibeserzieher war er bestrebt, Werte wie Fairness, Rücksichtnahme, Selbstdisziplin, Gemeinschaftsgeist, Bewegungs- und Einsatzbereitschaft sowie Selbstdisziplin zu lehren und zu leben.

Am Horner Gymnasium war Andreas Nemeth jahrelang Kustos für Leibesübungen, mehr als 25 Jahre Bezirksreferent der Schülerliga Fußball, Gründungsmitglied der Lehrerspielgemeinschaft Horn (Fußball) und immer ein beliebter und erfolgreicher Leiter der Gymnastikkurse der Volkshochschule Horn. Lange Zeit arbeitete er bei der Projektgruppe Leibesübungen an der Erstellung neuer Lehrpläne mit. Zahlreiche Auszeichnungen – Goldenes Verbandsehrenzeichen des NÖ Fußballverbandes, Union-Ehrenzeichen in Bronze, Silbernes Ehrenzeichen der Stadt Horn, Rehrl-Plakette der Volkshochschule, Sparkassen-Ehrenmedaille in Gold – zeugen von seiner emsigen Tätigkeit. 1975 erhielt er den Amtstitel Professor, 1989 wurde er zum Oberstudienrat ernannt. 1993 ging er in Pension und widmete sich von da an seinem Freundeskreis und dem Privatleben.

Die Verabschiedung von dem Verstorbenen ist am Montag, 12. April, von 13.30 bis 14 Uhr in der Aufbahrungshalle des Friedhofs Horn möglich. Im Anschluss findet im engsten Familienkreis die Begräbnisfeier in der Stephanskirche statt.