Erdner-Abschied nach 15 Jahren: „Es ist Zeit, zu gehen“. Vizebürgermeisterin Gerda Erdner blickte auf ihre Zeit im Horner Gemeinderat zurück. Ihrem Nachfolger rät sie: „Authentisch bleiben, die Wahrheit sagen!“

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 12. Februar 2020 (05:26)
Vizebürgermeisterin Gerda Erdner verlässt nach 15 Jahren die Lokalpolitik.
Martin Kalchhauser

Erst nach Redaktionsschluss wurde am Dienstagabend in einer Sitzung der ÖVP über den neuen Horner Vizebürgermeister entschieden. Bürgermeister Jürgen Maier wollte sich auch auf NÖN-Anfrage vor der Sitzung nicht in die Karten blicken lassen.

Währenddessen blickt die scheidende Vizebürgermeisterin Gerda Erdner im NÖN-Gespräch auf ihre fünfjährige Amtszeit als Stellvertreterin Maiers zurück. Insgesamt war sie 15 Jahre Mitglied des Gemeinderates.

Wehmut verspüre die 63-Jährige kurz vor ihrem Abschied aus der Politik nicht, denn: „Es ist jetzt Zeit zu gehen. Es war mein eigener Entschluss. Es ist genug“, sagte sie. Sie sei im Vorjahr mehrmals krank gewesen, und: „Auf diese Zeichen des Körpers soll man hören“, sagte die diplomierte Kinderkrankenschwester, die in ihrem Ressort auch für Bildung und Gesundheit zuständig war.

Wunsch-Nachfolger? „Jürgen entscheidet“

Das Vizebürgermeister-Amt in einer Stadt wie Horn auszuüben, sei sehr intensiv. „Die Verpflichtung, die man hat, ist sehr groß. Es ist ein forderndes Amt, das einem kaum Freizeit lässt“, sagt sie. Sie habe es aber mit „voller Energie ausgeübt, weil ich die Menschen mag“, sagte sie.

Sie selbst sei Politikerin mit Leib und Seele gewesen, die Kommunikation mit den Bürgern habe ihr immer großen Spaß gemacht. Wichtig sei es dabei, authentisch zu bleiben und den Menschen die Wahrheit zuzumuten und nicht leere Versprechungen zu machen: „Wenn man die richtigen Argumente vorbringt, verstehen die Leute auch, warum einzelne Projekte nicht umsetzbar sind“, gibt Erdner auch ihrem Nachfolger einen Rat mit auf den Weg.

Einen „Wunschkandidaten“ als Nachfolger habe sie nicht: „Jürgen hat immer gesagt, dass er die Entscheidung treffen wird. Und das ist auch richtig so“, sagte Erdner. Sie selbst habe sich in die Entscheidungsfindung nicht eingemischt, denn: „Es bringt ja nichts, jemandem Hoffnung zu machen, wenn es dann doch eine andere Entscheidung gibt“, meint Erdner.

Jetzt wolle sie sich vermehrt ihren Enkeln widmen. „Das hat bis jetzt hauptsächlich mein Mann gemacht, ich will da gerne mehr mithelfen“, sagte sie.