„Wald tut gut“: Geras in Pionierrolle. Für neues Gesundheitsprojekt ausgewählt. Ende Jänner startet das Arbeitsprogramm.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 24. Januar 2018 (04:28)
Gemeinsam für das bundesweite Pionierprojekt „Wald und Gesundheit“ in Geras: Arne Arnberger (Universität für Bodenkultur), Margit Perzy (Naturpark Geras), Alexander Graffi (Fastenkurse Stift Geras), Franziska Krainer (Green Care Wald, BFW), Wolfgang Riener (Technisches Büro für Forstwirtschaft), Prior Andreas Brandtner (Stift Geras), Philipp Markus (Obmann des Naturparks Geras) und Hermine Hackl („Forst Holz Papier“, v.l.) .
Arnberger

„Wald tut uns gut. Das steht fest.“ Auf dieser Überzeugung beruht das Thema „Wald und Gesundheit“, der Initiative Green Care Wald, für das Geras nun als österreichweites Pionierprojekt ausgewählt wurde.

Drei zentralen Bedingungen werden erfüllt

Für das wissenschaftlich vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) begleitete Projekt, das Ende des Vorjahres auch den Segen des Landwirtschaftsministeriums erhielt, erfüllt Geras die drei zentralen Bedingungen: Es gibt einen Waldeigentümer (Stift Geras), ein Gesundheitsangebot (Fastenkurse) und die waldpädagogische Ausbildung wird erfüllt (Förster Wolfgang Riener).

„Wir wollen die Menschen verstärkt in die Natur bringen“, so Riener, der betont: „Es ist allen klar, dass das positiv ist, aber erst, wenn es wissenschaftlich hinterlegt ist, wird es auch geglaubt.“

Ab sofort bauen die Beteiligten ein Kompetenzzentrum mit wissenschaftlicher Begleitung auf, das dann von anderen übernommen werden kann. Ende Jänner starten die Vorbereitungen, auf die mindestens sechs Monate Vorbereitungszeit folgen. Spätestens 2019 soll es ein konkret bewerbbares Programm geben.

Für die Etablierung als Ort für Gesundheitsförderung im Wald ist Geras prädestiniert. Mitten im Hauptort verkörpert das Stift eine reiche, kulturelle Geschichte, die Natur drum herum ist vielfältig. Teiche und Waldflächen laden zum Krafttanken ein, und die bereits etablierte Gesundheitsförderung (derzeit rund 20 Fastenkurse pro Jahr) verbindet jetzt schon die heilsame Wirkung des Waldes mit ihrem Angebot.

Wissenschaftlicher Nachweis entscheidend

Basis aller Bemühungen ist der wissenschaftlich vom BFW nachgewiesene Effekt, dass Waldlandschaften Stimmungen verbessern, positive Emotionen durch Waldaufenthalte zunehmen und sich negative wie Niedergeschlagenheit, Erschöpfung und Verärgerung verringern. Schon nach kurzer Zeit, so wurde anhand von physiologischen Indikatoren bewiesen, reduzieren sich Stress-Symptome.

Die Projektgruppe arbeitet nun daran, das Thema „Wald und Gesundheit“ noch stärker regional zu verankern. Auch der Naturpark Geras, der 2018 sein 50-Jahr-Jubiläum feiert, ist dabei ein wertvoller Puzzle-Stein.

Personifiziert ist die Verwurzelung des Themas in der Person Wolfgang Rieners, der als Förster und Waldpädagoge auch im Nationalpark Thayatal (Wald- und Wildmanagement) tätig ist. Wissenschaftliche Begleitung erhält das Vorhaben durch die Universität für Bodenkultur (BOKU), die die Wirkung des Waldes untersucht.

Green Care Wald, angesiedelt im BFW, unterstützt als Botschafter und Vermittler. Eine der Stimmen im Kanon der Pioniere ist Hermine Hackl, die als „Stimme des Waldes“ mit tiefer Verwurzelung im Waldviertel gilt und federführend in der Vernetzung aller Partner wirkt.