Bezirk Horn: Kinderbetreuung als größte Sorge. Arbeiterkammer mit vielen Anfragen konfrontiert. Arbeitsmarkt derzeit noch positiv.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 18. November 2020 (05:35)
AMS-Geschäftsstellenleiter Ferdinand Schopp (links) sieht die Situation derzeit im Griff, AK-Bezirksstellenleiter Robert Fischer sieht die Schulschließungen als großes Problem.
Martin Kalchhauser

Noch keine spürbaren Auswirkungen hat die verschärfte Corona-Situation auf den Arbeitsmarkt im Bezirk Horn.

AMS-Geschäftsstellenleiter Ferdinand Schopp sieht die Situation derzeit im Griff.
Kalchhauser

Wie AMS-Geschäftsstellenleiter Ferdinand Schopp erklärte, gebe es im Frühwarnsystem noch keine Eintragungen, dass Unternehmen größere Mengen an Mitarbeitern zur Kündigung angemeldet haben. Da viele Unternehmen das Kurzarbeitszeitmodell in Anspruch nehmen, sei die Situation derzeit im Bezirk okay.

Für Saisonarbeitslosigkeit gerüstet

Abwarten müsse man noch, wann und wie stark sich die „normale“ Saisonarbeitslosigkeit bemerkbar mache. Dafür sei das AMS Horn aber gerüstet. Oberste Priorität habe weiter die Existenzsicherung der Betroffenen: „Wichtig ist, dass sie versichert sind und rechtzeitig ihr Geld bekommen“, sagt Schopp.

Die Beratung der Klienten erfolgt bereits seit Längerem auf drei Kanälen. Neben persönlichen Gesprächen laufen diese Termine auch online oder telefonisch ab.

Kursangebot verstärkt online

Bei der Abhaltung von Kursen und Schulungen setzt das AMS bereits jetzt – dort, wo Schulungen virtuell möglich sind – verstärkt auf den Online-Bereich. Wo die Präsenz der Teilnehmer notwendig ist, werden die Kurse unter strengen Sicherheitsmaßnahmen auf herkömmliche Weise abgehalten.

Security im Haus

Ab dem 1. Dezember wird es auch in der Horner AMS-Geschäftsstelle Securitys geben, die die derzeit geltenden Zugangsbeschränkungen überwachen. Pro zehn Quadratmeter ist derzeit nur eine Person in der Geschäftsstelle erlaubt.

Kinderbetreuung als größte Sorge

Weiter heiß laufen auch die Telefone in der Bezirksstelle der Arbeiterkammer.

AK-Bezirksstellenleiter Robert Fischer sieht die Schulschließungen als großes Problem.
MK

Wie Bezirksstellenleiter Robert Fischer berichtet, sei die Stimmung „schon am vergangenen Freitag im Keller“ gewesen. Zwar kreisen viele Fragen der Anrufer um die Themen Kurzarbeit und Geld, größte Sorge der Menschen sei aber die Betreuung der Kinder.

Die Schließungen der Schulen hält er daher für kontraproduktiv. „Einerseits sollen die Leute die Kinder daheim betreuen, andererseits wird erwartet, dass sie weiter zur Arbeit gehen. Das geht sich bei vielen einfach nicht aus“, sagt Fischer. Gerade in Fällen, wo zu Hause Home-Office und Home-Schooling gleichzeitig zu bewältigen seien, gebe es Probleme.