Horns Bürgermeister Maier: „Bin weiter top motiviert“. Jürgen Maier, der in seine dritte Amtszeit als Bürgermeister der Stadt Horn startet, über seine Vision für Horn, die Zusammenarbeit im Gemeinderat und seine Familie.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 01. April 2020 (04:39)
Horns Bürgermeister Jürgen Maier.
NOEN

Der Horner Bürgermeister Jürgen Maier führt bereits seit zehn Jahren die Geschicke der Bezirkshauptstadt. Zum Start in seine dritte Bürgermeister-Periode sprach NÖN-Redaktionsleiter Thomas Weikertschläger mit dem Gemeindechef.

NÖN: Sie gehen in Ihre dritte Periode als Bürgermeister: Wie schaut es da mit Ihrer Motivation, für Horn zu arbeiten, aus? Ungebrochen?

Jürgen Maier: Ich bin nach wie vor top motiviert. Gerade jetzt in Krisenzeiten fordert der Job einem viel ab, aber wir schaffen das gemeinsam. Und grundsätzlich: Es ist eine wunderbare Aufgabe seine Heimatgemeinde federführend zu gestalten und zukunftsfit zu machen.

Auch wenn Sie schon zehn Jahre die Stadt führen, sind Sie wohl einer der jüngsten Bürgermeister in einer Bezirkshauptstadt. Sehen Sie sich dennoch schon als „Bürgermeister-Routinier“?

Maier: Routine ist wichtig aber auch gefährlich. Ich habe natürlich viel Erfahrung und durch die Tätigkeit im Land kann ich für Horn viel erreichen, dennoch ist bei diesem Beruf kaum ein Tag wie der andere. Wenn man aktiv gestaltet, ist Abwechslung angesagt.

Ein Blick nach vorne: Wie lange möchte Jürgen Maier Bürgermeister in Horn bleiben? Gibt es einen zeitlichen Horizont?

Maier: Solange der Wähler meine Arbeit honoriert und ich die Freude an der Arbeit für Horn verspüre, werde ich nicht müde!

Wenn Sie sich nach 2010 zurückversetzen: Welche Ihrer Pläne haben Sie bereits umgesetzt? Was ist vielleicht weniger gut gelungen?

Maier: Meine ersten fünf Jahre waren sehr stark nach innen und die Erneuerung und Modernisierung der Verwaltung gerichtet. Da sind wir mittlerweile schon sehr weit. Wir haben alle ,,alten“ Baustellen erledigt, die Kinderbetreuung ausgebaut und flexibilisiert, die Horn-Mitte-Abfahrt errichtet oder auch das Förderwesen neu gestaltet und transparenter gemacht. Außerdem haben wir uns einen finanziellen Spielraum erarbeitet, der künftig wieder das eine oder andere größere Projekt ermöglicht. Wenn wir wo nachhinken, dann in jenen Bereichen, wo wir oft nicht alleine entscheiden können und Partner brauchen.

Aktuell haben Sie die Ziele für die Stadt Horn auf das Jahr 2030 ausgerichtet. Welche Ziele sind dabei vorrangig und warum?

Maier: Ich habe gelernt, dass nichts so schnell geht wie man es selbst oder auch die Hornerinnen und Horner wollen. Diese Tatsache ernüchtert manchmal und man braucht einen langen Atem. Das ist auch der Grund, warum ich mein letztes Wahlprogramm auf zehn Jahre angelegt habe. Das ist realistischer und schenkt den Menschen reinen Wein ein. Vorrangig ist alles was der Erneuerung der Stadt dient und sämtliche Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen.

Großes Thema ist die „Direktanbindung Horns“. Was würde diese Anbindung der Stadt und den Menschen konkret bringen?

Maier: Umsteigefrei in rund 55 Minuten in modernen Cityjets mit WLAN nach Wien zu kommen, wäre ein Meilenstein für Horn und die Region. Wir würden als Wohnstandort massiv an Attraktivität für ,,Stadtflüchtlinge“ gewinnen, die nicht auf die Vorteile einer Stadt mit ihrer Infrastruktur verzichten wollen. Deshalb müssen wir parallel auch an unserer Urbanität arbeiten. Wenn Horn wächst, entstehen mehr Arbeitsplätze und wir nehmen dadurch auf diesem Weg den ganzen Bezirk mit. Eine starke attraktive Bezirksstadt ist für die ganze Region von Vorteil.

Zur Zusammenarbeit im Gemeinderat: Mit SPÖ und Grünen scheint es gut zu klappen, da wurde auch die Hand zur Zusammenarbeit ausgestreckt. Mit der FPÖ scheint es schwieriger zu sein. Hegen Sie die Hoffnung, dass sich das ändern wird?

Maier: Meine Hand war immer und wird immer ausgestreckt sein. Überparteilicher Konsens ist mir wichtig, deshalb arbeite ich auch sehr transparent. Niemand wird von Informationen ausgeschlossen und jeder kann sich einbringen – wenn er das will. Das funktioniert mit SPÖ und Grünen gut und ich sehe derzeit auch bei der FPÖ die Bereitschaft in den nächsten fünf Jahren dafür.

Abgesehen von Ihrer Funktion als Bürgermeister haben Sie als Landtagsabgeordneter auch einen vollen Terminkalender. Wie lässt sich das alles mit einem funktionierenden Familienleben unter einen Hut bringen?

Maier: Einerseits ist Zeitmanagement alles. Andererseits reagiere ich im Sinne der Familie, wenn sie zu kurz kommt. Auch für mich müssen Auszeiten für die Familie möglich sein. Ich habe aber auch eine sehr geduldige Familie, die versteht, wie mein Beruf funktioniert. Und ich habe ein tolles Gemeindeteam um mich, das mir Arbeit und Repräsentationen abnimmt.