Im Internet gestalkt. Romantische Kontakte im Netz entpuppten sich als Männer-Streiche: Retzer konterte mit zwei ahnungslosen Waldviertlerinnen.

Erstellt am 09. September 2014 (11:19)
NOEN, Hahslinger
Ankläger Franz Hütter war mit einer vorläufigen Einstellung des Verfahrens einverstanden.
Zwei Waldviertlerinnen, eine Hornerin und eine Zwettlerin, wussten nicht, wie ihnen geschah, als sie plötzlich unzüchtige Angebote auf dem Handy oder in Internetforen erhielten. Unter anderem hieß es da: „Habe dein Profil im Sexforum gefunden, wie sind deine Preise? Ich kann auch zu dir kommen!“

Ermittler durchforsteten das Internet

Als die Anfragen immer mehr und dreister wurden, bekamen es die beiden Waldviertlerinnen mit der Angst zu tun und schalteten die Polizei ein. „Es artete in beängstigende Belästigung aus, und ich konnte schon nicht mehr schlafen“, schilderte ein Opfer vor Gericht.

Die Ermittler durchforsteten das Internet. Die Spur im Netz führte schlussendlich zu einem Weinviertler: Ein 32-jähriger Retzer hatte sich die Onlineprofile der beiden Frauen einfach zunutze gemacht. Mit den Daten und Fotos der ahnungslosen Frauen hatte er einschlägige anrüchige Lock-Seiten im Netz erstellt.

Vor Gericht einsichtig: Diversion

„Ich wurde auch getäuscht und ich bin Opfer böser Männerstreiche geworden. Ich bin selbst auf Schmäh-Seiten im Internet hereingefallen und ich wollte mich deshalb an der Männerwelt rächen“, erklärte der Retzer vor Gericht. Dass seine Rache lediglich die zwei ahnungslosen Frauen treffen würde, wollte er nicht bedacht haben. „Es tut mir leid. Ich entschuldige mich bei den beiden Damen“, beteuerte der einsichtige Retzer vor Gericht.

Die Causa fand vor dem Richter schließlich ein diversionelles Ende: Das Verfahren gegen den bislang unbescholtenen Retzer wurde vorläufig für eine Probezeit von zwei Jahren eingestellt.