„Das vergessen sie nie“: Handy als Unterrichts-Material. Die Mittelschule Irnfritz ist Pilotschule für den Bezirk, Smartphone wird auch als Freifahrts- und Schülerausweis eingesetzt.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 30. Juni 2020 (07:45)
Mit Klassenvorständin Barbara Zotter (rechts) und IT-Beauftragter Alexandra Meinhard (Dritte von links) zeigen Verena Spann, Lea-Marie Schuecker, Enya Schreiber, Julian Schäller und Simon Sachata (von links) von der Neuen Mittelschule Irnfritz-Messern ihr Smartphone mit der „Jugend App NÖ“.
Rupert Kornell

„Manchmal vergessen die Kinder ein Buch, ein Heft oder den Schülerausweis, aber nie ihr Smartphone“, lächelt Irene Herzog-Genner, Direktorin der Mittelschule Irnfritz-Messern. „Darum ist die ,JugendApp NÖ‘, die auf dem Handy gespeichert ist, eine wichtige Hilfe für die Schüler.“

„Manchmal vergessen die Kinder ein Buch, ein Heft oder den Schülerausweis, aber nie ihr Smartphone.“

Diese Gratis-App kombiniert die Jugendkarte NÖ, das Jugendticket des Verkehrsverbunds Ostregion (VOR) und die edu.card für Jugendliche aus Niederösterreich. Damit sind Altersnachweis, Freifahrt- und Schülerausweis als digitale Karten gemeinsam mit dem Handy immer dabei und natürlich datenschutzrechtlich abgesichert, denn die Eltern müssen ihr Einverständnis dafür geben.

„Das Smartphone ist auch aus dem Unterricht nicht mehr wegzudenken“, weiß Herzog-Genner ebenso wie ihre IT-Betreuerin Alexandra Meinhard. „Es wird etwa als Taschenrechner, für Lernspiele, mit Übersetzungsprogrammen oder für Lernvideos – davon gab es viele in der Zeit, als die Schule geschlossen war – verwendet und hat sich sehr bewährt.“

Im Herbst kommt die App flächendeckend

Die Mittelschule Irnfritz, die ihren IT-Schwerpunkt noch weiter ausbauen will, ist diesbezüglich Pilotschule für den ganzen Bezirk Horn. Derzeit wird in der zweiten Klasse mit Klassenvorständin Barbara Zotter das Handy zum Ausweis, ab Herbst soll es dann auch in den anderen Klassen eingeführt werden.

„Eigentlich war das ja schon für dieses Frühjahr geplant, aber Corona hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauert die Direktorin. Aber gerade in diesen Wochen habe sich gezeigt, dass die Schüler mit dem digitalen Unterricht gut zurechtkommen. Und die Befürchtung, dass durch den Umgang mit dem Smartphone die Kreativität verloren gehe, habe sich ins Gegenteil verkehrt. „Die Kinder haben eben eine andere Art der Kreativität gezeigt.“