Erstellt am 26. August 2014, 11:13

von Martin Kalchhauser

Vögel killen Windpark. Überraschung | Sechs geplante Windräder am Schauberg werden nun doch nicht realisiert.

Bürgermeister Hermann Gruber: "Zug für den Windpark ist abgefahren."  |  NOEN, zVg

Der von der WEB auf Gründen des Stiftes Altenburg geplante Windpark Irnfritz im Bereich des sogenannten Schaubergs wird nicht realisiert. Diese Sensation wurde am Freitag der Vorwoche bekannt. Das Vorkommen zweier seltener Vogelarten – des Ziegenmelkers (eine Nachtschwalbenart) und der Rohrweihe (einer gefährdeten Greifvogelart) – vereitelt das am weitesten gediehene Projekt im Bezirk Horn.

„Wir sind alle sehr enttäuscht“, bringt es Bürgermeister Hermann Gruber auf den Punkt. Das Projekt mit sechs Windkraftanlagen war das am weitesten vorangeschrittene im gesamten Bezirk Horn. Und es war das einzige, gegen welches es überhaupt keine Widerstände gab. Der Windpark stand kurz vor der Realisierung – sogar die Umwidmung war schon auf Schiene! –, als im Mai 2013 der Windkraft-Baustopp des Landes verfügt wurde.

Für Irnfritz dürfte der Zug abgefahren sein

„Der Bereich war aber auch im neuen Zonen-Plan des Landes ausgewiesen“, hatte Gruber zuletzt auf eine zügige Fortsetzung der Vorbereitungsarbeiten gehofft. Jetzt habe die Betreiberfirma WEB aber aufgegeben. „Der dort errichtete Messturm wird in den kommenden Wochen bereits wieder abgebaut.“ Die Situation könne in fünf Jahren natürlich wieder eine andere sein, aber nach seinem Ermessen sei der Zug abgefahren.

„Wir sind für das Projekt gelaufen, weil wir überzeugt waren, dass es eine gute Sache ist“, kommentiert Prior Michael Hüttl vom Grundeigentümer Stift Altenburg die Sache. „Aber man muss auch einsehen, dass es Fakten gibt, die man nicht ändern kann. Naturschutz ist uns auch sehr wichtig, und wenn Vogelarten gefährdet sind, muss man auch darauf Rücksicht nehmen.“

Das Projekt am Schauberg sei gemeinsam mit allen Beteiligten, auch Gemeinde und Bevölkerung, vorbildlich aufgearbeitet gewesen. Ist das Vorhaben damit gestorben? Hüttl: „Es wurde jedenfalls in einen Tiefschlaf versetzt.“