150. Ausgabe des Horner Kalenders ist wieder da. Der „Horner Kalender 2021“ ist vor wenigen Tagen im Verlag Ferdinand Berger erschienen. Die 150. Auflage dieses historischen Jahrbuchs umfasst 180 Seiten und beinhaltete neun Beiträge zur Geschichte Horns und seiner Umgebung. „Wer noch auf der Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk ist, für den bietet dieser Kalender eine gute Gelegenheit“, meint Erich Rabl, Leiter des Horner Stadtarchivs.

Von Red. Horn. Erstellt am 03. Dezember 2020 (11:26)
Die druckfrischen Exemplare des „Horner Kalender 2021“ präsentierten der Horner Stadthistoriker Erich Rabl, Druckerei-Chef Peter Berger sen. und Verlagsleiterin Michaela Jungwirth (von links) mit entsprechendem Corona Abstand.
Eduard Reininger

Rabl selbst gibt im ersten Beitrag einen Überblick über die bisher erschienenen Ausgaben des Kalenders. Er beschreibt den Wandel vom „Volkskalender“ mit belehrenden Kalendergeschichten zum „historischen Jahrbuch“, in dem einzelne Themen zur Geschichte der Stadt Horn oder zu Orten im Bezirk aufgearbeitet werden.

Der frühere evangelische Superintendent Gustav Reingrabner führt in einem weiteren Beitrag detailreich die „Wochen des Schreckens – die Invasion der Schweden 1645“ vor Augen. 

Ralph Andraschek-Holzer, Leiter der Topographischen Sammlung in der NÖ Landesbibliothek in St. Pölten, erläutert verschiedene Bilder der Rosenburg.

Mit einem wenig bekannten Aquarell aus 1723, das die Rosenburg noch vor dem Brand von 1751 zeigt, setzt sich Gertrud Buttlar-Elberberg, die frühere Archivdirektorin von Wiener Neustadt und Betreuerin des Hoyos’schen Familienarchivs in Horn, auseinander. Unter dem Titel „Lehrer sein in Altenburg und Fuglau – Vor und nach dem Reichsvolksschulgesetz“ skizziert Renate Seebauer die Schulverhältnisse im 18. und 19. Jahrhundert.

Lebensgeschichten legendärer Horner

Bernhard Purin, Direktor des Jüdischen Museums in München und Zweitwohnsitzer in Rosenburg, hat die Lebensgeschichte eines in Vergessenheit geratenen Horners ausgegraben. Hans Horina (1865-1918), ein humoristischer Schriftsteller und Illustrator, lebte von 1901 bis 1906 in Horn, ehe er in die USA auswanderte. Der frühere Gymnasialprofessor Rudolf Malli aus Eggenburg untersucht das Wirken von Otto Maier (1919-1999). Der gebürtige Wiener heiratete 1944 die Hornerin Elfriede Hora. Nach dem Studium von Deutsch und Geschichte unterrichtete Maier am Horner Gymnasium und Aufbaugymnasium.

Als Nachfolger des legendären Hans Kapitan leitete Maier von 1974 bis 1984 die traditionsreiche Schola Hornana. In der Stadtgemeinde Horn wirkte Maier 20 Jahre als Kulturstadtrat. 2021 jährt sich zum 30. Mal der Todestag des früh verstorbenen Hauptschullehrers Rafael Klimond (1942-1991).

Mit seiner Lebensgeschichte beschäftigt sich der Horner Heimatforscher Karlheinz Hulka. Die Lebensgeschichte der 1927 geborenen Maria Winkelhofer, der derzeit ältesten Breiteneicherin, hat Rabl aufgrund eines Gespräches mit ihr recherchiert. Die frühere Landwirtin verkörpert gewissermaßen den Wandel des Dorfes in den letzten Jahrzehnten. So erzählt sie, dass „wir Kinder mit dem Schlitten auf der Ortsstraße bis zum Gasthaus Fraberger runtergefahren sind“. Wer Breiteneich kennt, weiß, dass dies heute unvorstellbar ist. 

Der Horner Kalender 2021 ist um nur 3,50 Euro im Buchhandel erhältlich.