Junger Tscheche zog alle Register. Jan Sprta zog auf der Horner Orgel Zuhörer auch als Zuschauer in seinen Bann.

Erstellt am 17. Juni 2014 (12:19)
NOEN, Eduard Reininger
Helmut Hagel mit Anna-Carin Speneder und dem großartigen Organisten Jan Sprta (von links), der bei seinem Konzert in der St. Georgskirche Horn alle Register der Orgel und seines Könnens zog. Foto: Eduard Reininger

Der 25-jährige Orgelvirtuose Jan Sprta aus Südmähren, der sich seit zehn Jahren in Brünn und Wien auf der „Königin der Instrumente“ ausbilden lässt, gab auf der Paul-Peuerl-Orgel eine bemerkenswerte Probe seines Könnens.

Werke nicht nur fürs Ohr, sondern auch fürs Auge

Mit vier Werken des 19. und 20. Jahrhunderts erbrachte er den Nachweis für die Richtigkeit des Konzertmottos „Meine Orgel – sie ist ein Orchester!“, indem er wirklich „alle Register“ zog. Wie das aussah, konnte das Publikum nicht nur hören, sondern auch sehen, da der Spieltisch durch die Videotechnik der Firma Event Expert auf eine große Leinwand vor dem Altar projiziert wurde.

Das Konzert begann mit der Sonate „Der 94. Psalm“ des Liszt-Schülers Julius Reubke, einem Wechselbad von kräftigen Akkorden, ruhig-meditativen Partien, quirlenden Läufen, himmlischen Sphärenklängen und dynamischen Steigerungen. Reubkes Lehrer Franz Liszt wurde zuerst mit dem kurzen, recht melodischen und verhaltenen Werk „Gebet“ vorgestellt.

„Mutationes“ von Landsmann als Hauptwerke

Hauptwerke des Konzerts waren die „Mutationes“ des tschechischen Komponisten Petr Eben (gestorben 2007), der in einer siebenteiligen Bogenform mit monumentaler Klangfülle am Anfang und Ende dem Instrument Dialogisches, Graziös-Spielerisches, betont Rhythmisches, leichtfüßig Scherzhaftes und mächtig Rhapsodisches entlockt.

Schließlich folgte das mehrteilige Ave Maria Franz Liszts, der die für ihn typische Neuartigkeit der Orchestersprache auf seine Orgelwerke überträgt und nach wundervoller Melodik zu Beginn in schnellen Läufen zu einem furiosen Finale zu führen scheint – es dann aber choralähnlich nach einem Kirchenlied ausklingen lässt.

Im Namen des mitveranstaltenden Katholischen Bildungswerks dankte Helmut Hagel dem Organisten dafür, dass er das Publikum gekonnt und vielfältig durch eine ganze Zimmerflucht von Klangräumen führte.