Unmut über Horner Wohnprojekt ebbt nicht ab. Anrainer Christoph Aschauer will WAV-Projekt in Hamerlingstraße sorgfältig prüfen. WAV kündigt weitere Gespräche an.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 13. September 2017 (05:22)
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Symbolbild

Keine Ruhe kehrt in die Diskussion rund um die geplante Wohnhausanlage der Siedlungsgenossenschaft Waldviertel (WAV) am ehemaligen Konvikt-Areal in der Hamerlingstraße ein.

NOEN
Anrainer Christoph Aschauer will eine sorgfältige Prüfung des Projekts.

Anrainer Christoph Aschauer widerspricht den in der vorwöchigen NÖN veröffentlichten Aussagen von WAV-Direktor Manfred Damberger, der davon gesprochen hatte, dass die „Pläne in der Detailprüfung als nicht korrekt empfunden“ worden seien.

Aschauer: „Die Planung beinhaltete grobe Mängel. Mehrere Punkte haben gegen die NÖ Bauordnung verstoßen. Daher wurde das Bauvorhaben seitens der WAV zurückgezogen.“ Der Plan müsse nun von Architekt Thomas Tauber neu gezeichnet werden, weil er so nicht genehmigungsfähig gewesen wäre.

Ihm gehe es nicht um „Widerstand“ gegen das Projekt, sondern darum, dass die Vorschriften eingehalten werden, so Aschauer weiter. „Leider haben in der ersten Bauverhandlung viele Instanzen versagt. Darum muss man als Anrainer eine sorgfältige Prüfung machen.“

NOEN
ÖVP-Chef Jürgen Maier verteidigt Erhebungen: „Brauchen eine klare Rechtsgrundlage.“

Zudem habe Damberger bei der „Aussprache“ mit einem „Erpressungsversuch“ Einfluss auf die Meinung der Anrainer nehmen wollen und somit zu einer Verschlechterung und nicht zu einer Verbesserung, wie von Bürgermeister Jürgen Maier empfunden, beigetragen.

Maier bleibt allerdings auch auf NÖN-Nachfrage bei seiner Meinung, dass diese Zusammenkunft mit den Anrainern die Stimmung verbessert habe. Er gehe davon aus, dass die von der WAV versprochenen Gespräche mit den Anrainern auch tatsächlich stattfinden werden und dass nach der Einreichung der geänderten Pläne baurechtlich alles passen wird.

Aschauer: „Gibt genug leere Wohnungen“

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WAV-Direktor Manfred Damberger kündigte weitere Gespräche mit Anrainern an.

WAV-Direktor Damberger selbst meint in einer Stellungnahme: „Wie schon im Bericht der Vorwoche ausgeführt, wird es im Zusammenhang mit dem Projekt am Areal des ehemaligen Konviktes zu Anpassungen im Projekt kommen. Die Unterlagen werden zeitgereicht der Baubehörde vorgelegt und gemäß NÖ Bauordnung abgewickelt werden. Im Zuge der baubehördlichen Beurteilung werden auch alle Anrainerechte und Wünsche mitbehandelt werden. Gespräche dazu werden rechtzeitig stattfinden.“

Aus Sicht Aschauers weiter hinterfragenswert ist es, warum überhaupt Wohnungen in Horn gebaut werden. Es gebe bereits genug leer stehenden Wohnraum in der Bezirkshauptstadt.

Maier dazu: „Das ist Aschauers Privatmeinung. Darüber kann man diskutieren, aber nicht im Zuge einer Bauverhandlung. Diese Frage hat die Baubehörde nicht zu beurteilen.“ Wenn baurechtlich alles passe, könne er nicht aus Willkür „Nein“ zu einem Projekt sagen.