Aus für Sigmundsherberger Großprojekt. Nach dreijährigen Verhandlungen wird in Sigmundsherberg 2,5-Mio-Projekt für Gemeindezentrum abgeblasen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 18. November 2020 (05:47)
Verkündeten gemeinsam das Aus für das Projekt „Pfarr- und Gemeindezentrum neu“: Vizebürgermeister Johannes Hofer, Bürgermeister Franz Göd und SP-Fraktionschef Gerhard Zauner.
Reininger

Nach drei Jahren Planung und intensiven Verhandlungen ist das Projekt zur geplanten Errichtung eines Pfarr- und Gemeindezentrums in Sigmundsherberg gescheitert. Besonders die ÖVP hatte gehofft, anstelle des derzeitigen Pfarrhofes und Pfarrsaales ein Projekt, für das man sich laut Bürgermeister Franz Göd einen Kostenrahmen von 2,5 Mio. Euro gesetzt hatte, zu verwirklichen.

Göd betont: „Es gab keinen Streit“

Dass das Projekt jetzt nicht umgesetzt werden kann, nahm Göd sportlich: „Es gab keine bösen Worte und keinen Streit. Wir haben es gemeinsam probiert, es hat einfach nicht funktioniert. Das muss man akzeptieren.“

Die Entscheidung, dass das Projekt endgültig ad acta gelegt wird, wurde in der Vorstandssitzung der Gemeinde in der Vorwoche gefällt, der Gemeinderat segnete diese Entscheidung am vergangenen Mittwoch ab. In einer gemeinsamen Aussendung informierte Göd gemeinsam mit SPÖ-Fraktionschef Gerhard Zauner und Pfarrer Milo Ambros die Bevölkerung über das Aus für das Projekt.

Pfarre wollte Pfarrhof erhalten

Die Gemeinde hatte geplant, mittels Architektenwettbewerb ein Projekt gemeinsam mit dem Land NÖ, der Diözese und der Pfarre umzusetzen, das das gesamte bisherige Pfarrareal beinhaltet hätte.

Milo Ambros, Obmann des Pfarrkirchenrates, wollte nur einen Teil des Grundstücks für das Projekt verkaufen.
Archiv

Die Pfarre wollte jedoch den Pfarrhof an der Schulstraßenseite erhalten, wie Pfarrer Milo Ambros bestätigte. Plan der Pfarre sei es gewesen, das restliche Grundstück hinter dem Pfarrhof für die Errichtung des neuen Gemeindezentrums an die Gemeinde zu verkaufen.

Aus Sicht Göds schade: „Ich hätte gehofft, dass ein Profi darüber entscheidet, ob ein Teil, und wenn ja, welcher Teil des Pfarrhofes stehen bleiben soll: „Der hätte das gut einschätzen können. Wir haben unsere Argumente auch vorgebracht, müssen uns dieser Entscheidung der Pfarre aber beugen“, sagt Göd.

Neue Lösung nun gesucht

Er und die gesamte Gemeinde hätten viel Herzblut in dieses Zukunftsprojekt gesteckt. „Es hätte eine Win-win-Situation im Herzen Sigmundherbergs für Gemeinde, Pfarre und Bevölkerung werden sollen“, meint Göd. Jetzt gelte es aber, anderweitig zu einer Lösung zu kommen.

Dabei kann die Gemeinde schon auf einiges an Vorarbeit zurückgreifen, denn: „Wir haben ursprünglich schon acht Standorte unter die Lupe genommen, wir werden uns jetzt wieder anschauen, wo wir ein entsprechendes Projekt umsetzen können.“ Dabei müsse man nichts über das Knie brechen, ein Schnellschuss aus Frust über das Aus der bisher favorisierten Lösung bringe jetzt nichts.

Fix ist, dass es ein vielseitiges Projekt sein müsse, nur ein neues Gemeindeamt sei zu wenig. Es müssten auch etwa die Bücherei oder ein Veranstaltungssaal im Konzept inkludiert sein. „Ein Gemeindezentrum im Jahr 2020 muss einfach mehr bieten, als ein Gemeindeamt in den 1970er-Jahren“, bringt er es auf den Punkt. Es gehe aber nicht darum, ein „Denkmal“ zu errichten, sondern ein Gemeinschaftszentrum, in dem sich Vereine und Institutionen wohlfühlen und in das die Bevölkerung gerne hineingehe.

Umfrage beendet

  • Aus für Gemeindezentrum: Gute Entscheidung?