„Keine Tierfabrik!“. Gegen den Plan eines Landwirtes aus dem Bezirk Waidhofen, in Sachsendorf einen großen Stall zu errichten, gibt es Gegenwehr.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 17. Juni 2014 (11:27)
NOEN, Martin Kalchhauser
Mehr als 20 Bewohner von Sachsendorf und Amelsdorf fanden sich zum von Ulrike Pastner und Gerhard Öttl ganz spontan für Samstagvormittag angesetzten Fototermin ein. Foto: Martin Kalchhauser
Angeblich weil er zu Hause in der Gemeinde Thaya nicht bauen kann und ihm wegen wasserrechtlicher Bedenken ein Stallbau in Nonndorf bei Gars nicht genehmigt wurde, will ein Jungbauer in Sachsendorf einen Großstall für rund 300 Schweine und 3.200 Ferkel errichten.

„Bisher nur ein Vorentwurf – und viele Gerüchte“

Das Projekt soll direkt an der Bundesstraße 4 neben der Sachsendorfer Kreuzung im Grünland realisiert werden. Im knapp 700 Meter entfernten Sachsendorf und im rund 1.200 Meter entfernten und in Hauptwindrichtung liegenden Amelsdorf gibt es dagegen Proteste.

Die potenziellen Anrainer stören sich an der optischen Beeinträchtigung durch den Großstall (vier Hallen, acht Kunststoffsilos) ebenso wie an der möglichen Geruchsbelästigung durch die offene Güllegrube. „Das Problem ist, dass es bislang nur einen Vorentwurf gibt – und viele Gerüchte“, nahm sich Ulrike Pastner aus Sachsendorf der Sache an und informierte gemeinsam mit ihrem Mann Gerhard Öttl die Bewohner des Dorfs.

Der Widerhall war unerwartet groß. In nur zwei Tagen unterschrieben 95 Prozent der wahlberechtigten Sachsendorfer gegen das Projekt. Häufig wurde auch das Argument des Tierleids ins Treffen geführt. „Wir wollen hier keine Tierfabrik!“

Nächste Woche Termin mit Pächter und Bauwerber

In Bezug auf eine mögliche Genehmigung des Projekts dürfte dieses Argument nicht ziehen, bestätigt auch Bürgermeister Leopold Winkelhofer, der als erste Instanz entscheiden müsste. „Worum hier angesucht wurde, ist sicher keine Tierfabrik“, bestätigt er eine „mündliche Vorbegutachtung“. Die bisher vorliegenden Gutachten seien positiv, es fehle aber noch etwas. „Er dürfte hier 700 Sauen halten – und hat nur für 300 angesucht.“

Nach einem ersten Gespräch Ende der Vorwoche mit drei Projektgegnern strebt der Bürgermeister für kommende Woche einen Termin mit diesen, dem Harmannsdorfer Landwirt, der den Grund verpachten will, und dem Bauwerber an. „Wenn alle Gutachten positiv sind, kann ich die Zustimmung nicht verweigern“, so Winkelhofer. „Aber ich will einen Ausweg suchen und auf die Bedenken der Bewohner Rücksicht nehmen.“