Drittes Becken entsteht in Röschitz. Die Kläranlage in Röschitz wird ausgebaut. Gemeinden investieren insgesamt 2,4 Mio. Euro.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 16. Oktober 2020 (04:30)
Beim Spatenstich in Röschitz: Die Bürgermeister Leo Winkelhofer, Georg Gilli, Christian Krottendorfer und Andreas Fleischl mit Landesrat Ludwig Schleritzko, Niklas Kickinger (Bauleiter Habau), Betriebsleiter Franz Springer, Ziviltechniker Harald Ebm, Stadtamtsdirektor Burkhard Hammer, Klärwärter Michael Alexander und Martin Peschl (IUP).
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Die Behörden haben schon länger darauf gedrängt, jetzt ist es soweit: Die Kläranlage des Gemeindeabwasserverbandes Eggenburg-Röschitz in Röschitz wird ausgebaut und modernisiert.

Notwendig wurde dieser Schritt nicht wegen Problemen mit der Qualität. Denn die habe nach wie vor gepasst und sei mit einer Klärrate von 98 bis 99 Prozent top, sagte Verbandsobmann Georg Gilli beim offiziellen Spatenstich. Dank der tollen Arbeit der Klärwärter Franz Springer und Michael Alexander sei die Anlage top in Schuss. Vielmehr seien Kapazitätsgründe für den Ausbau ausschlaggebend.

„Diese Investition ist eine notwendige Infrastrukturmaßnahme, damit sich die Ortschaften weiter entwickeln können.“Landesrat Ludwig Schleritzko

Die Anlage ist künftig nicht mehr auf 15.000, sondern auf 22.000 Einwohner ausgelegt. Neben der Tatsache, dass die Abwässer von immer mehr Einfamilienhäuser in die Anlage abgeleitet wurden, war auch das Anwachsen einiger Firmen – etwa der Firma Dachsberger in Gauderndorf – sowie „saisonale Spitzen“ während der Weinlese in der Region für die Kapazitätsaufstockung ausschlaggebend.

„Zu diesen Zeiten haben wir einfach das Auslangen nicht mehr gefunden“, meinte der Röschitzer Bürgermeister Christian Krottendorfer. Außerdem: „Hätten wir das nicht gemacht, hätte uns die Behörde auch keine neuen Bauplätze genehmigt“, sagte Gilli.

Kosten: Eggenburg stemmt „Löwenanteil“

Daher sei die Investition von rund 2,4 Mio. Euro in das Projekt auch als notwendige Infrastrukturinvestition zu sehen, damit sich die Ortschaften weiterentwickeln können, fügte Landesrat Ludwig Schleritzko an. Aufgeteilt wird die Finanzierung auf die vier Verbandsgemeinden je nach Einwohnergröße, Eggenburg muss mit mehr als 50 Prozent den Löwenanteil schlucken. Auch die Gemeinden Straning-Grafenberg, Röschitz und Teile der Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring entsorgen ihre Abwässer über die Kläranlage in Röschitz.

Becken hat Volumen von 1.000 Kubikmeter

Errichtet wird seit wenigen Tagen ein neues, drittes Klärbecken. Dieses fasst 1.000 m3 Inhalt und hat einen Durchmesser von 22 Meter. Im Zuge des Ausbaus werden aber auch die Pumpwerke und die restliche Technik auf die vergrößerte Kapazität angepasst. Die Coronakrise habe den Bau nicht verzögert, erzählte Ziviltechniker Harald Ebm. Nach den Ausschreibungen im Frühjahr erfolgten die Arbeitsvergaben im Sommer, vor wenigen Tagen folgte dann der Start der Arbeiten. Um Fördermöglichkeiten seitens des Bundes und des Landes nutzen zu können, werden die Bauarbeiten noch heuer durchgezogen.

Da derzeit die Belastung der Anlage wegen der Weinlese hoch sei, soll die Modernisierung der Technik dann später, nämlich ab Jänner bis zur Mitte des Jahres 2021 durchgeführt werden.

Für die baulichen Maßnahmen wurde die Firma Habau aus Horn engagiert, für die Wassertechnik ist die Firma AMS Wassertechnik aus Matzen zuständig. Die elektrischen Arbeiten werden erst vergeben.

1.000 Kubikmeter Inhalt beträgt das Fassungsvermögen des neu entstehenden Klärbeckens in der Kläranlage in Röschitz. Damit ist die Anlage künftig auf 22.000 Einwohner ausgelegt.
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