FF-Kommandant Piewald geht: „Habt Mut“. Josef Piewald wird die Funktion des Kommandanten zurücklegen. Er richtet beim Festakt einen Appell an seine Kameraden.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 26. Juni 2019 (03:40)

Der Mensch musste seit seiner Existenz lernen, mit Feuer umzugehen. Es ist ihm nützlich, kann aber zu einer Katastrophe führen. „Erst im 19. Jahrhundert hat man Vorkehrungen für eine organisierte Brandbekämpfung getroffen“, erklärt Josef Piewald, seit 2017 Kommandant der 1894 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Kleinmeiseldorf.

Das Fest zum 125. Jubiläum wird für ihn das letzte große in seinem Amt sein: Piewald wird mit Ende des Jahres Reservist, denn die aktive Mitgliedschaft endet mit 65 Jahren. Er kann daher nicht mehr FF-Chef sein. Sein Stellvertreter – Sohn Georg – hat seinen Wohnsitz gewechselt und kommt für die höhere Funktion nicht infrage.

Piewald richtet beim Festakt am Sonntag den Appell an seine Kameraden, „mit Mut und Vertrauen“ an die Zukunft heranzutreten. „Sie sollen sich nicht abschrecken lassen vor diesem – eigentlich schrecklichen – Wort ‚Verantwortung‘.“
Diese schrumpfe automatisch, wenn die Aufgaben eines Kommandanten zerpflückt werden. Piewald nennt ein Beispiel: Jeder könne darauf achten, dass das Fahrzeug nach dem Einsatz vollgetankt wird. Wenn man zudem die Chance zum Gestalten nütze, dann werde der Zuspruch viel Freude verleihen.

„Bürgerinitiative“ setzt „Hilfe zur Selbsthilfe“

Der erste, der die Aufgabe übernahm, war Josef Bittmann. Er gehörte der kaiserlich-königlichen Armee an und war Schullehrer, als die Ortschaft 1894 den Schritt der „Hilfe zur Selbsthilfe“ setzte. Bürgermeister Nikolaus Reisel bezeichnet die Wehr zudem als „eines der erfolgreichsten Bürgerinitiativ-Modelle“. 1895 musste der erste große Einsatz bewältigt werden, als ein Gasthaus in Maria Dreieichen abbrannte. Die Feuerwehr hat sich weiterentwickelt, aber eines ist gleich geblieben: „das Prinzip der Freiwilligkeit“ (Piewald). Die Wehr hat derzeit 34 Mitglieder und elf Reservisten.

„Aus freiem Willen sind sie für uns alle da“, würdigt Landtagsabgeordneter Jürgen Maier das Ehrenamt. „Sie arbeiten, damit sie sich selbst finanzieren können.“ Kein System der Welt könne das stemmen, „weil man sich’s nicht leisten kann“.

Kleinmeiseldorf hat als einer der ersten Wehren eine Jugendgruppe gegründet. „Danke, dass ihr die Zeichen erkannt habt“, lobt Bezirkskommandant Christian Angerer. Ein Drittel der Jungmitglieder wechselt in den aktiven Stand – ein Garant für die Zukunft. Und darauf ist Piewald, wie er sagt, sehr stolz.