Petra Lachinger: „Bin stolz auf mein Team“. Durch die Covid-Pandemie wurde auch im Landesklinikum Horn-Allentsteig der Arbeitsalltag der Mitarbeiter ordentlich durcheinandergewirbelt. Im Horner Klinikum werden Covid-Patienten, sofern sie Betreuung in Fachrichtungen, die am Horner Klinikum geboten werden, brauchen, betreut. NÖN-Redaktionsleiter Thomas Weikertschläger bat fünf der insgesamt 700 Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen an beiden Standorten, aus ihrem neuen Alltag und von ihren neuen Herausforderungen zu erzählen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Dezember 2020 (04:22)
Landesklinikum Horn

Petra Lachinger, Stationsleitung Interne 1:

Meine Arbeitswoche besteht aus acht Stunden Tagdiensten von Montag – Freitag als Stationsleitung einer Station für Innere Medizin, zur Zeit eine Covid-Isolierstation. Die aktuellen Herausforderungen sind eine kurzfristige Umstrukturierung des Stationsablaufes, schnelle Umbauarbeiten um die räumlichen Voraussetzungen für eine Covid-Station zu schaffen. Der Dienstplan muss mehrmals überarbeitet werden, da es auch beim Personal vermehrt zu Ausfällen kommt. Es sind mehrere Mitarbeiter aus anderen Abteilungen bei uns, die uns aushelfen, aber natürlich auch eingeschult werden müssen. Wir sind jetzt eine interdisziplinäre Station, wir haben internistische, neurologische, chirurgische, unfallchirurgische Patienten bei uns, deshalb auch vier verschiedene Visiten. Das stellt uns vor neue Herausforderungen.

Zusatzdienste beeinflussen Familienleben. Zurzeit ist die Vereinbarkeit Beruf-Familie schlechter als gewöhnlich. Immer wieder sind Zusatzdienste notwendig. Es ist teilweise notwendig, Arbeit mit nach Hause zu nehmen und es gelingt schlechter, in der Freizeit mental abzuschalten. Da immer wieder Überstunden notwendig sind, ist es wichtig, einen verständnisvollen Partner zu haben. Wenn noch schulpflichtige Kinder versorgt werden müssen, kommt es natürlich beim Personal zusätzlich noch zu Belastungen.

Zusammenhalt und Motivation groß. Ich leite die Station erst seit Jänner 2020, war aber schon Jahre hier tätig. In letzter Zeit hat es eine große Mitarbeiterfluktuation gegeben. Wir waren noch mit dem Team-Building beschäftigt. Durch den bereits zweiten Umbau zu einer Covid-Station haben wir viele Mitarbeiter aus verschiedenen Fachabteilungen bekommen. Trotz dieser Widrigkeiten ist der Zusammenhalt besonders im Bereich der Pflege sehr groß und alle sind sehr motiviert. Als positiven Effekt gibt es durch den gegenseitigen Erfahrungsaustausch die Möglichkeit, seinen Wissensstand zu erweitern. Ich bin sehr stolz auf mein Team.

Weiterbetreuung als Problem. Es gibt viele Anfragen von den Behörden, die den Stationsablauf immer wieder unterbrechen. Ein großes Problem ist die Weiterbetreuung nach Covidinfektionen. Der extramurale Bereich übernimmt teilweise die Betreuung nicht, solange die Patienten nicht Covid negativ sind. Auch wenn sie bereits asymptomatisch sind und der Quarantänebescheid abgelaufen ist. Auch Angehörige sind teilweise nicht bereit, Patienten wieder nach Hause zu nehmen aus Angst und Unsicherheit. Eine bessere Zusammenarbeit ist wünschenswert. Bei anstehenden Fragen sind der Krisenstab und das Entlassungsmanagement eine große Hilfe.