Zoff um Pfarrerwohnung: „Ich war nicht eingebunden“

Pfarrer Sebastian Kreit befürchtet weiten Rauswurf aus Pfarrerwohnung in Pernegg.

Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:05
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Hinter den Mauern des Klosters Pernegg brodelt es.
Foto: Foto TW, Archiv

Ein schon seit Jahren schwelender Konflikt erhielt in den vergangenen Wochen neuen Zündstoff: Nach dem Verkauf des Klosters Pernegg durch das Stift Geras an Fastenzentrum-Pächter Klaus Rebernig befürchtet Pfarrer Sebastian Kreit, dass er – und die Pfarre als Ganzes – ihre Räumlichkeiten im Kloster verlieren werden.

Unmut in der Pfarre groß

Schon 2019 eine Aktion mit 3.400 gesammelten Unterschriften für den Verbleib Pfarrer Kreits in der angestammten Wohnung vor zwei Jahren brachte keine Ruhe in die Sache. Jetzt sieht Kreit neben dieser Frage aber noch eine wichtigere am Tisch: „Welchen Weg gehen wir jetzt weiter? Einen geradlinigen auf Augenhöhe, oder einen, in den der Pfarrer nicht eingebunden wird?“

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Will über einen neuen Mietvertrag reden: Klaus Rebernig.
NOEN

Man habe beim Verkauf des Klosters an Rebernig an der Pfarre vorbei verhandelt, erst, als es konkret um die Zukunft der Pfarrerwohnung gegangen sei, habe er davon erfahren. Dabei sichere laut Kreit ein Dokument aus den 1990er-Jahren der Pfarre ein Recht auf die Wohnung zu „Das ist ein gültiger Mietvertrag, an diesem Schriftstück kommt man nicht vorbei“, sagt Kreit. Aus wirtschaftlicher Sicht sei es verständlich, dass das Stift Geras die Anlage, auf die noch Wohnbauförderungen in Höhe von 3,4 Mio. Euro offen sind, verkaufen wolle.

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Pfarrer Sebastian Kreit fürchtet seinen Rauswurf.
NOEN

Aber: „Es geht nicht, dass die Pernegger vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“ Er werde – obwohl über viele Jahre geistlicher Beistand für das Fastenzentrum – jetzt als Störfaktor hingestellt, der die Entwicklung des Fastenzentrums blockiere. „Ich bin der Letzte, der das will. Aber Rebernig hat die Zusammenarbeit mit mir beendet, jetzt ist der Schnitt da“, sagt er. Dabei werbe das Fastenzentrum mit dem Begriff „Kloster“ – und der beinhalte schon, dass es um mehr als „Geschäfte machen und Schulden bezahlen geht“, ärgert sich der Pfarrer.

Während Prior-Administrator Conrad Müller seitens des Stiftes noch die Entscheidungen des Landes und der Kirche – die Causa liegt in Rom – abwarten möchte, stellt Rebernig via NÖN in Aussicht, die Wohnung auch nach dem Offiziell-Werden des Deals an die Pfarre zu vermieten. Es sei wichtig, dass für die künftige Entwicklung des Fastenzentrums – wie die NÖN 2019 berichtete, will Rebernig 6 Mio. Euro in den Ausbau investieren – der gesamte Komplex in einer Hand sei. „Nur dann gibt es Geld für Investitionen“, sagt er. Schon bisher habe er mit seinem Privatvermögen für das Fastenzentrum gerade gestanden.