Ein Häuptling ohne Binde. Über Sinn und Unsinn in der Debatte um Führungsspieler.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 11. September 2019 (00:56)

Thomas Salamon weiß, welche Rolle ihm beim SV Horn zugedacht ist. Er sei als Leader geholt worden und genau diese Forderung möchte er erfüllen.

Dass ihm das in den ersten Runden gelungen ist, zeigt vor allem die Tatsache, dass Horns Defensive in seiner Verletzungsabwesenheit nicht mehr so stabil war, wie mit ihm. Um Salamon als Leader zu sehen, braucht er keine Kapitänsschleife. Sein Auftreten am Platz reicht, um sein Standing zu untermauern.

Gerade um jene Kapitänsfrage ging‘s aber hingegen bei den Horner Frauen. Am Ende des Tages bzw. Disputs zwischen Trainer Günter Mayer und Kapitänin Karina Bauer war plötzlich Letztere weg. Und das mitten in der Saison. Da stellt sich die Frage: Ist die Euphorie nach dem erstmaligen Bundesliga-Aufstieg der Horner Frauen wirklich schon so schnell verflogen, dass bereits Kleinigkeiten wie die Kapitänsfrage für Unruhe in der Mannschaft sorgen?

Aufsteiger Horn hat mit dem Ziel Klassenerhalt ohnehin eine Herkules-Aufgabe vor sich. Dass Horn das Zeug dazu hat, sich mit den Besten zu messen, hat man gegen Serienmeister St. Pölten bewiesen. Dazu braucht es aber volle Konzentration am Fußballfeld und keine Kraftvergeudung auf Nebenschauplätzen.