Bereicherung, nicht Verzicht. Über das Fasten in der Fastenzeit

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 17. April 2019 (03:30)

Nach wie vor ist für viele „Fasten“ und „Abnehmen“ das selbe. Da wird 40 Tage verzichtet, gehadert und gelitten – kaum ist die Fastenzeit aber vorbei, verfallen die meisten wieder in den alten Trott. Jene, denen es gelingt, ein paar Kilo abzuspecken, haben diese meist relativ schnell wieder nach oben gefuttert.

Für andere ist „Fasten“ fast ein Mode-Trend. In der Fastenzeit auf Dinge wie Rauchen, Fleisch-Genuss, aber auch Internet- oder Handy-Nutzung zu verzichten – und damit auf Social Media zu prahlen – ist für manche fast ein Sport geworden.

Beides hat mit dem eigentlichen Sinn von Fasten nichts zu tun. Fasten bedeutet nicht in erster Linie Verzicht, sondern achtsam und bewusst zu leben. Sich Zeit für Familie oder Freunde nehmen – und im Gegenzug der digitalen Dauererreichbarkeit zu entsagen –, darf nicht als Verzicht, sondern als Bereicherung gesehen werden. Und das nicht nur in der Fastenzeit, sondern das ganze Jahr.